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Noch keine klare Linie beim BusImmer der Reihe nach: Gemeinderat ärgert das Publikum

Noch keine klare Linie beim BusImmer der Reihe nach: Gemeinderat ärgert das Publikum

Riegelsberg. Seit März sind die Menschen in der Riegelsberger Greislingstraße sauer. Damals fiel die Buslinie 140 von Heusweiler über Walpershofen nach Güchenbach weg, weil sie zu wenig genutzt wurde. Als Ersatz wurde die Linie 142 eingeführt. Sie fährt stündlich von Hilschbach über den Stumpen, die Walpershofer Straße und durch die Tempo-30-Zonen Auf Birk, Greislingstraße und Grubenstraße zum Stumpen zurück. Der untere Kurzenberg (in Walpershofen) wird nicht mehr bedient. Die Strecke ärgert die Anwohner des Wohngebietes auf Greisling, denn bisher waren sie vom Busverkehr verschont. Um wieder eine busfreie Straße zu bekommen, schlugen sie im Februar eine Alternativroute vor: die Linie 142 sollte vom Stumpen kommend die Kurzenbergstraße bis Walpershofen runterfahren, im Kreisel drehen und dann den Kurzenberg wieder hoch fahren. Zeitlich würde die Fahrt durch den Walpershofer Kreisel nur 30 Sekunden länger dauern als über die Greislingstraße, sagten die Anwohner.Der Gemeinderat zeigte damals Verständnis und ordnete eine dreimonatige Probezeit für die neue Linie an. In der jüngsten Ratssitzung sollte das Ergebnis vorgestellt und eine dauerhafte Linienführung beschlossen werden. Aber auf Antrag der Linken wurde die Entscheidung vertagt. Den Anwohnern war Rederecht zu diesem Tagesordnungspunkt eingeräumt worden, und ein Sprecher klagte darüber, dass die Busse zu schnell führen, zu dicht an den Bürgersteigen vorbei fahren und damit Kinder gefährden und die Regeln eines verkehrsberuhigten Bereiches missachten würden. Besser wäre es, so der Anwohner, den Kurzenberg in Gänze zu bedienen, damit auch die Leute vom Stumpen zu den Ärzten nach Walpershofen kommen. Die Saarbahn GmbH lehnt diese alternative Linienführung jedoch ab. Sie dauere nicht 30, sondern 90 Sekunden länger, damit würden Anschlussbusse verpasst. "Ein anderer Fahrplan ist nicht möglich", sagte Bürgermeister Klaus Häusle (SPD).

Riegelsberg. Seit März sind die Menschen in der Riegelsberger Greislingstraße sauer. Damals fiel die Buslinie 140 von Heusweiler über Walpershofen nach Güchenbach weg, weil sie zu wenig genutzt wurde. Als Ersatz wurde die Linie 142 eingeführt. Sie fährt stündlich von Hilschbach über den Stumpen, die Walpershofer Straße und durch die Tempo-30-Zonen Auf Birk, Greislingstraße und Grubenstraße zum Stumpen zurück. Der untere Kurzenberg (in Walpershofen) wird nicht mehr bedient. Die Strecke ärgert die Anwohner des Wohngebietes auf Greisling, denn bisher waren sie vom Busverkehr verschont. Um wieder eine busfreie Straße zu bekommen, schlugen sie im Februar eine Alternativroute vor: die Linie 142 sollte vom Stumpen kommend die Kurzenbergstraße bis Walpershofen runterfahren, im Kreisel drehen und dann den Kurzenberg wieder hoch fahren. Zeitlich würde die Fahrt durch den Walpershofer Kreisel nur 30 Sekunden länger dauern als über die Greislingstraße, sagten die Anwohner.

Der Gemeinderat zeigte damals Verständnis und ordnete eine dreimonatige Probezeit für die neue Linie an. In der jüngsten Ratssitzung sollte das Ergebnis vorgestellt und eine dauerhafte Linienführung beschlossen werden. Aber auf Antrag der Linken wurde die Entscheidung vertagt. Den Anwohnern war Rederecht zu diesem Tagesordnungspunkt eingeräumt worden, und ein Sprecher klagte darüber, dass die Busse zu schnell führen, zu dicht an den Bürgersteigen vorbei fahren und damit Kinder gefährden und die Regeln eines verkehrsberuhigten Bereiches missachten würden. Besser wäre es, so der Anwohner, den Kurzenberg in Gänze zu bedienen, damit auch die Leute vom Stumpen zu den Ärzten nach Walpershofen kommen. Die Saarbahn GmbH lehnt diese alternative Linienführung jedoch ab. Sie dauere nicht 30, sondern 90 Sekunden länger, damit würden Anschlussbusse verpasst. "Ein anderer Fahrplan ist nicht möglich", sagte Bürgermeister Klaus Häusle (SPD).

Auch der Walpershofer Ortsvorsteher Werner Hund (CDU) zeigte Verständnis für diese Aussage: "Wir lassen die Leute in der Greisling- und Grubenstraße nicht im Stich, aber es fehlen bei der Alternativroute zwei Minuten. Deshalb ist eine andere Linienführung nicht möglich." Ingbert Horn (SPD) sagte: "Niemand hat Interesse daran, den Kurzenberg abzuhängen, aber es geht nicht anders." Häusle versprach den Anwohner eine erneute Gesprächsrunde mit Vertretern der Saarbahn GmbH, der Verwaltung und den Ratsfraktionen. Darauf gründete sich dann Birgit Huonkers (Linke) Antrag, die Entscheidung auf eine dauerhafte Linienführung bis nach dieser Gesprächsrunde zu vertagen. Der Rat stimmte zu, die Anwohner der Greislingstraße dankten mit Beifall. Riegelsberg. Bis es zur Abstimmung kam, wurde Krawall gemacht. Anlass dafür lieferte ein Antrag der Linken: Birgit Huonker hatte vor Sitzungsbeginn beantragt, dass der Tagesordnungspunkt 4 (Bus-Linie 142) als erstes behandelt werden soll, weil etwa 15 Anwohner der Greislingstraße eigens dafür zur Sitzung gekommen waren.

Doch die große Mehrheit des Rates sah das anders. Zu der Sitzung waren auch Gäste eingeladen, die Vorträge halten sollten und hätten warten müssen, zum Beispiel der Architekt Luca Kist. Deshalb überstimmten SPD, CDU, FDP und Grüne den Antrag der Linken mit 29 zu 2 Stimmen. Eine klare Entscheidung, die von den Anwohnern allerdings nicht akzeptiert wurde. In einer Umbaupause nach den ersten beiden Tagesordnungspunkten fragte ein Anwohner Ratsmitglieder: "Können Sie mir sagen, weshalb Sie gegen den Antrag auf Änderung der Tagesordnung gestimmt haben?" Ingbert Horn (SPD) erklärte in ruhigem Ton, dass auch der Bürger einmal Rücksicht nehmen müsse und nicht immer nur an sich denken dürfe. "Es sind auch Leute hier, die sich für die Kriminalstatistik, den Marktplatz oder die Kindergartensituation interessieren", sagte Horn. Alles Punkte, die auf der Tagesordnung vor der Buslinie standen. Nach Wiederaufnahme der Sitzung brüllte ein Anwohner der Greislingstraße von der Zuschauertribüne: "Es ist eine Sauerei, wie hier mit einer 85-jährigen Frau umgegangen wird. Da krieg ich so einen Hals." Seine Erregung resultierte daher, dass die 85-Jährige mehr als zwei Stunden warten musste, bis das Thema Buslinie an der Reihe war. dg

Foto: Die Linke