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New Art Quartett springt kurzerhand für Hans Mittermüller ein

New Art Quartett springt kurzerhand für Hans Mittermüller ein

Wann hat man diesen Mann zuletzt singen hören? Der es als Sprecher mit sonor vibrierender Stimme schafft es, eine Arte-Dokumentation seriös und eine Käsereklame unverschämt süffig klingen zu lassen?

Auch als Jazz-Sänger ist Hans Mittermüller eine Nummer. Am Donnerstag hätte er nun endlich mal wieder losscatten können, doch leider wurde nichts draus: Wegen Überarbeitung sagte Mittermüller ab. Kurzerhand trat das New Art Quartett bei der Riegelsberger Rathausmusik mit hochkarätigem Ersatz und neuem Konzept an: Statt biographischer Texte und Musik aus dem Great American Songbook gab's Geschichten aus Geoff Dyers "But Beautiful. Ein Buch über Jazz" und Storys von Dylan Thomas, umrahmt von beswingtem Modern Jazz. Es las kein Geringerer als Jürgen Kirchhoff, Staatsschauspieler im Unruhestand.

Kirchhoff entführte in den drogenvernebelten Alltag von Blue-Note-Legenden wie Lester Young , Billie Holiday oder Thelonious Monk - mal im Duett mit Kontrabassist Frank Grandjean oder Pianist Claus Krisch, mal im Wechsel mit der Band (Philipp Molz, Altsax; Rolf Seel, Schlagzeug). Und spätestens bei einer bluesig untermalten Zugabe von Charles Bukowski strotzte Kirchhoff ebenso vor Virilität wie Mittermüller.