| 19:13 Uhr

Neuer Anlauf für den Windpark Fröhn

 Werden Windräder im Fröhner Wald aufgestellt? Und wenn ja, wieviele? Statt drei könnten es zwei werden.Symbolfoto: Patrick Seeger/dpa
Werden Windräder im Fröhner Wald aufgestellt? Und wenn ja, wieviele? Statt drei könnten es zwei werden.Symbolfoto: Patrick Seeger/dpa
Riegelsberg. Etappensieg für die Gegner des geplanten Windparks Fröhn: Die RAG Montan Wind nimmt vom bisherigen Konzept Abstand, verabschiedet sich jedoch nicht endgültig von dem Projekt. Ein neuer Anlauf ist vorgesehen. Michael Emmerich

Die RAG Montan Wind GmbH hat den Genehmigungsantrag für den Windpark Fröhn mit drei Windenergieanlagen zwischen Riegelsberg und Holz zurückgezogen. "Wir stellen aber nicht unsere Pläne für den Windpark Fröhn ein", betonen die Geschäftsführer Rudolf Krumm und Martin Krantz. Der Schritt sei eine Reaktion auf veränderte Rahmenbedingungen, die die Genehmigungsfähigkeit der Windräder gefährden. Das Unternehmen werde das Windparklayout anpassen. Mit dem Ziel, "einen neuen Genehmigungsantrag beim Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz zu stellen". Wie Krumm gestern im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung durchblicken ließ, könne er sich einen Windpark Fröhn mit zwei Windrädern vorstellen, "die in einem anderen Modus laufen", sprich: mit geringeren Abschaltzeiten.


Von einer "wunderbaren Nachricht kurz vor Weihnachten" spricht Manfred Schmidt . Der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Gemeinderat Heusweiler freut sich, dass die RAG Montan Wind "endlich ihren Genehmigungsantrag für die Errichtung von Windkraftanlagen im Fröhner Wald zurückgezogen hat und nicht weiter auf Konfrontationskurs zu den Einwohnern in Heusweiler-Holz und Riegelsberg geht". Das Durchhaltevermögen des Vereins "Fröhner Wald - für Mensch und Natur", der entschlossen gegen das Projekt kämpft, habe sich ausgezahlt. Auch die CDU-Fraktion als Teil einer breiten Mehrheit im Heusweiler Gemeinderat habe sich ganz klar gegen die Pläne der RAG Montan Wind positioniert und somit zum Erfolg beigetragen, meint Schmidt.



"Wir bleiben wachsam"

Klar, dass auch in Reihen des Vereins "Fröhner Wald - für Mensch und Natur" um seinen Sprecher Horst Siegwart Freude herrscht. Der Fröhner Wald sei jedoch unverändert als Konzentrationszone zum Bau von Windkraftanlagen gesetzt, so dass weitere Begehrlichkeiten - auch von anderen Projektierern - grundsätzlich nicht auszuschließen seien. Deshalb kündigt der Verein an: "Wir bleiben wachsam, um bei einem eventuell erneuten Anlauf sofort eingreifen zu können."

Oliver Luksic, Vorsitzender der saarländischen FDP und Mitglied des Heusweiler Gemeinderates, spricht von einem "wichtigen Etappensieg". Und kündigt an, er wolle die Entscheidung der RAG Montan Wind , den Genehmigungsantrag zurückzunehmen, unumkehrbar machen. Leider habe die RAG dem Projekt keine endgültige Absage erteilt, sondern spreche davon, das Layout zu überarbeiten für einen neuen Antrag. "Hoffentlich ist das Ganze keine Beruhigungspille vor der Landtagswahl", sagt Luksic. Die Ausweisung des Fröhner Waldes als Areal für Windkraftanlagen im Flächennutzungsplan solle revidiert werden, "damit weder die RAG noch ein anderer Investor hier aus dem Wald ein Industriegebiet machen kann", fordert der Chef der Freien Demokraten. Köllertal. RAG Montan Wind gehe offensichtlich nicht mehr davon aus, dass der geplante Windpark Fröhn mit drei Windrädern realisierbar sei, sagt der Riegelsberger Bürgermeister Klaus Häusle (SPD ). Denn eine der drei geplanten Anlagen liege im Altholzbestand und werde vom Umweltministerium als nicht genehmigungsfähig eingestuft. Die Gemeinde Heusweiler wolle über einen Bebauungsplan Restriktionen erreichen, und die Gemeinde Riegelsberg würde ihre Zustimmung zum geplanten Vorhaben nicht geben, weil eine der drei Anlagen mit dem Rotor über die vorgeschriebene Grenze zur Wohnbebauung von 800 Metern reicht, betont Häusle.

"Ich begrüße die Entscheidung der RAG Montan Wind , den Genehmigungsantrag für den Windpark Fröhn mit drei Windenergieanlagen zurückzuziehen, auch wenn dies sicher kein einfacher Schritt war", äußert sich der Heusweiler Bürgermeister Thomas Redelberger . Diese Reaktion auf die "äußerst schwierigen Rahmenbedingungen und die von der RAG begangenen Fehler im Umgang mit den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern als auch den Gemeinden Heusweiler und Riegelsberg selbst ist nur konsequent", ergänzt der CDU-Mann. Weniger konsequent und weniger verständlich sei das Festhalten am Standort im Fröhner Wald mit einem eventuell angepassten Konzept. Auch ein verändertes Windparklayout könne nicht plötzlich zu besseren Konditionen führen, meint Redelberger: "Somit sollte das Projekt ehrlicherweise als nicht durchführbar zu den Akten gelegt werden."