Neubau bietet deutlich mehr Platz

Riegelsberg · Das Riegelsberger Schulzentrum mit Grundschule (Lindenschule) und Gemeinschaftsschule (Leonardo da Vinci-Schule) bekommt einen Erweiterungsbau. Der soll nun deutlich mehr Platz als ursprünglich geplant bieten und zum Schuljahr 2017/2018 fertig sein.

So wie es bisher läuft, kann es mit der Nachmittagsbetreuung an der Riegelsberger Gemeinschaftsschule (Leonardo da Vinci-Schule) nicht weitergehen. In der ehemaligen Hausmeisterwohnung werden auf engstem Raum nach Angaben von Anne Kläs von der Ausbildungs- und Beschäftigungsförderungsgesellschaft der Gemeinden Heusweiler und Riegelsberg (ABG) zwischen 40 und 50 Schüler betreut. Etwa die Hälfte in der so genannten kurzen Gruppe (bis 15.15 Uhr), die andere Hälfte in der langen Gruppe (bis 17 Uhr).

Alles barrierefrei erreichbar

Zu Mittag essen die Jungen und Mädchen in Etappen, danach erledigen sie Hausaufgaben (mit Lehrern), anschließend stehen Aktivitäten wie Minigolf, Schwimmen, Klettern oder Mountainbiken auf dem Programm. Ein paar Steinwürfe weiter in der früheren Hauswirtschaftsschule betreut die ABG nachmittags zusätzlich rund 60 Grundschüler aus der Lindenschule.

Auch diese Jungen und Mädchen sollen später einmal im neuen Speiseraum zu Mittag essen. Dieser Speiseraum ist Kernstück eines Erweiterungsbaus, der zwischen Lindenschule und Leonardo da Vinci-Schule entstehen und mit beiden Gebäuden verbunden werden soll. Der Neubau wird deutlich mehr Platz bieten, nachdem Kritik an der ursprünglichen Planung laut geworden war. Vor allem daran, dass in dem Erweiterungsbau keine Betreuungsräume vorgesehen waren. Birgit Huonker , Sprecherin der Linke im Riegelsberger Gemeinderat, hatte dies als "Schildbürgerstreich" bezeichnet. Und die Große Koalition im Regionalverband aufgefordert, "die Umbaupläne den Bedürfnissen der Kinder anzupassen oder andere Möglichkeiten für eine gute Betreuungssituation zu prüfen".

Die "GroKo" im Saarbrücker Schloss hat nun die überarbeiteten Pläne für den Erweiterungsbau in Riegelsberg vorgestellt. Im Laufe der Diskussion habe sich gezeigt, dass mehr Räume gebraucht werden, sagten Volker Schmidt (SPD ) und Volker Christmann (CDU ).

Statt eines "aufgeständerten Baus" mit einem Geschoss soll es nun ein Gebäude mit zwei Geschossen geben. Dadurch werde die Fläche mehr als verdoppelt, betonten die beiden Riegelsberger: von 350 auf 720 Quadratmeter. Schmidt: "Die Kosten steigen von 1,1 auf 1,6 Millionen Euro." Er hoffe auf einen Zuschuss des Landes von bis zu 500 000 Euro, fügte er hinzu. Der Neubau werde 31 Meter lang, 16 Meter tief und 7,50 Meter hoch, sagte Projektplaner Wolfram-Maria Laßotta, Architekt im Bauamt des Regionalverbandes. Im Erdgeschoss sollen Speisesaal, Küche, Pausenverkauf und Toiletten untergebracht werden, im Obergeschoss zwei Betreuungsräume und ein Multifunktionsraum für Musik und Kunst. Dank eines Aufzuges soll alles barrierefrei erreichbar sein. "Die neue Planung erfüllt alle Bedarfe", sagte Bürgermeister Klaus Häusle . "Und sie macht den Schulstandort Riegelsberg zukunftsfähig", ergänzte Karlheinz Wiesen, Beigeordneter des Regionalverbandes.

Wie es bei dem Gespräch im Saarbrücker Schloss hieß, hat das Projekt im Regionalverband alle Gremien passiert. Der Riegelsberger Gemeinderat wird voraussichtlich noch vor der Sommerpause einen Kooperationsvertrag mit dem Regionalverband schließen. Danach können Zuschüsse beantragt werden. Baubeginn könnte Mitte 2016 sein, mit Start des Schuljahres 2017/2018 sollen die Schüler den Neubau in Riegelsberg nutzen können.

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HintergrundWenn die Nachmittagsbetreuung der Leonardo da Vinci-Schule in den Neubau umzieht, könnte die ehemalige Hausmeisterwohnung neu genutzt werden. "Hier könnte man eine Bibliothek und Mediathek einrichten, die auch von der Lindenschule genutzt werden kann", meint Günter Engel, Leiter der da Vinci-Schule. Die Nachmittagsbetreuung der Lindenschule soll in der früheren Hauswirtschaftsschule bleiben. me