Arbeiterwohlfahrt : Netzwerk der Generationen aufbauen

Die Arbeiterwohlfahrt hat das Quartiersprojekt „Riegelsberg bewegt“ gestartet. Leiterin ist Annemarie Beyer.

In vertrauter Umgebung alt und dabei auch gut versorgt werden - ein Herzenswunsch vieler Menschen. In Erfüllung gehen soll dieser Wunsch in Riegelsberg mit Hilfe der Arbeiterwohlfahrt (Awo) und ihrem neuen Quartiersprojekt "Riegelsberg bewegt". Jetzt ist der Startschuss dazu in der Seniorenresidenz St. Josef gefallen. Getragen wird das Projekt vom Awo-Landesverband Saarland und finanziell gefördert von der Stiftung "Deutsches Hilfswerk" der ARD-Fernsehlotterie, erstmal für drei Jahre. Eine Verlängerung um zwei Jahre ist in Aussicht gestellt.

Dr. Roland Märker, einst Chef der Awo Saarland, nun ehrenamtlicher Repräsentant, erklärte in einer launigen Rede mit Anlehnungen an die "Feuerzangenbowle" erst einmal den Begriff Quartier. "En Quartier is enne Raum auf zesammehängende Straße, da leewe Menschen drin, sache mer also, e sozialer Raum."

Gemeint ist das Gebiet rund um die Seniorenresidenz St. Josef, in deren Erdgeschoss auch die Anlaufstelle für das Quartiersprojekt liegen wird. Geleitet wird das Projekt von der 49-jährigen Sozialarbeiterin Annemarie Beyer, die die zentralen Anliegen in drei Punkten zusammenfasste: "Wir wollen ein Netzwerk zwischen den Generationen aufbauen und etablieren. Wir wollen bedarfsgerechte Dienstleistungsangebote zur Verfügung stellen und Senioren sowie Familien beraten und unterstützen. Damit verbessern wir die Lebensqualität in Riegelsberg, fördern ein engeres Miteinander zwischen Jung und Alt und verlängern damit die Chancen, dass ältere Menschen länger in ihrem eigenen Umfeld leben können."

Das intergenerative Netzwerk will Annemarie Beyer durch eine Kontaktbörse, Infoveranstaltungen, Hausbesuche, Installation von Mobilitätshilfen (zum Beispiel Fahrdienste), den Aufbau wechselseitiger Patenschaften (zum Beispiel Nachbarschaftshilfe) und weiteren Aktionen auf den Weg bringen. "Wenn Vereine es wünschen, kann ich auch bei der Modernisierung der Vereinsstrukturen helfen", bot die Projektleiterin an.

Das zustimmende Nicken vieler Vereinsvertreter nach den Ausführungen von Annemarie Beyer signalisierte einen hohen Grad an Interesse, sich aktiv an dem Quartiersprojekt zu beteiligen. Stützen kann sich Berger vor allem auf die Vertreter des Awo-Ortsvereins, der ökumenischen Besucherkontaktgruppe "Sonnenschein" der Seniorenresidenz, der VHS Riegelsberg und Thorsten Schmittberger und Sabine Zapp vom Awo Pflege- und Betreuungsservice (APS) sowie auf Frank Schwindt, Einrichtungsleiter von St. Josef und Marina Lerch, Pflegedienstleitung.

Bürgermeister Klaus Häusle würdigte das Quartiersprojekt als einen hervorragenden Beitrag, soziale Beziehungen zu fördern, "die notwendig sind, um glücklich zu leben. Die Betreuung älterer Mitbürger sehe ich als eine kommunale Aufgabe. Dadurch, dass die Awo mit ihrem Quartiersprojekt sich dieser Thematik annimmt, übernimmt sie Verantwortung, die sonst die Gemeinde tragen müsste. Dafür gebührt der Awo besonderer Dank. Mit dem Quartiersprojekt wird Riegelsberg noch attraktiver. Es hilft, dass sich Menschen stärker eingebunden und nicht allein gelassen fühlen."

Für die gelungene musikalische Umrahmung der Auftaktveranstaltung sorgte der Riegelsberger Klarinettist Armin Ziegler.

Zum Thema:

Annemarie Beyer ist zuständig für das Quartiersmanagement Awo Zu Hause. Erreichbar ist sie in ihrem Büro in der Rathausstraße 1, 66292 Riegelsberg, Tel. (0 68 06) 99 30-105, Fax (0 68 06) 99 30-200. E-Mail: annemarie.beyer@lvsaarland.awo.org www.awo-saarland.de