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Namenstafeln im Hindenburgturm für Gefallene: Noch ein Versuch

Namenstafeln im Hindenburgturm für Gefallene: Noch ein Versuch

Im vorigen Jahr flammte in Riegelsberg die Diskussion um die Bedeutung und Nutzung des 1934 errichteten Hindenburgturms auf. Der Grund: Die Initiativgruppe Hindenburgturm wollte Tafeln mit den Namen der 586 getöteten Soldaten und Zivilpersonen aus dem Ort im Turminnern anbringen lassen und aus diesem Anlass eine Gedenkfeier mit Reservisten der Bundeswehr veranstalten.



Die SPD mit Ortsvorsteherin Monika Rommel und die Linke im Ortsrat lehnten sowohl die "militärisch überdimensionierte" Feier als auch das Anbringen von Namenstafeln ab. Stattdessen wurden von Vertretern beider Parteien vorgeschlagen, in Walpershofen und Riegelsberg Stolpersteine zu setzen, zum Gedenken an die im Dritten Reich getöteten jüdischen Bürger. Sie regten auch an, am 8. Mai 2015 ein Friedensfest zu veranstalten.

Die Initiativgruppe mit ihrem Sprecher Dietmar Braun meint, die Diskussion sei grundlos in eine andere Richtung gelenkt worden. Er erklärt: "Wir befürchten, dass die Kriegsopfer aus dem Ort vergessen werden, da es in wenigen Jahren keine Zeitzeugen mehr gibt. Wir wollen diesen Menschen - unseren Vorfahren - wieder einen Namen geben. Und wir glauben, dass auch das Geschehen jener Jahre zwischen 1933 und '45 zur deutschen Geschichte zählt." Braun hat die Namen in seinem Archiv aufbewahrt. Er schlägt vor, sie auf sechs Kunststofftafeln zu drucken. Die Initiativgruppe würde einen Teilbetrag zu den Kosten beisteuern.

Bürgermeister Klaus Häusle teilte auf SZ-Anfrage mit, dass allen Opfern der Kriege eine würdige Form des Gedenkens gebühre. Der Hindenburgturm sollte bei allen Überlegungen und Planungen mit einbezogen werden.

Ortsvorsteherin Rommel ist nach wie vor gegen das Anbringen von Namenstafeln im Hindenburgturm: "Das Bauwerk müsste nach seiner Umwidmung 1997 von einem Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs zu einem Mahnmal des Friedens erneut umgewidmet werden."