Nachtbus ist Erfolgsgeschichte

Regionalverband · 2012 haben 30 000 Fahrgäste die Nachtbus-Linien im Regionalverband genutzt. Daher hat der Zweckverband öffentlicher Personennahverkehr Geld für weitere acht Jahre bereitgestellt. Doch da ein Bus eingespart wurde, sind Nachtschwärmer aus dem Köllertal nun etwas länger unterwegs, müssen aber nicht mehr umsteigen.

Gute Neuigkeit für Nachtschwärmer: Aufgrund der guten Resonanz hat der Zweckverband öffentlicher Personennahverkehr (ZPReS) beschlossen, die Nachtbuslinien auf dem Gebiet des Regionalverbandes weiterlaufen zu lassen. "Für acht weitere Jahre werden die Mittel bereitgestellt", sagt Alexander Lill, Verkehrsplaner der für den Betrieb zuständigen Verkehrsmanagement-Gesellschaft Saar (VGS). In Zahlen sind das 70 000 Euro für die zweite Hälfte des aktuellen Jahres. "Ab 2014 sind es dann 140 000 im Jahr", erklärt Lill. Damit habe der Zuschussbedarf für die Nachtbuslinien etwa auf dem Niveau der vergangenen Jahre gehalten werden können.

Jetzt nur noch sechs Busse

Um die Nachtbusse weiter anbieten zu können, müssen die Kosten allerdings trotz der Zuschüsse heruntergefahren werden, so Lill. Das heißt: Künftig bedienen an den Wochenenden nur noch sechs statt sieben Busse die Nacht-Routen. Deshalb wird auch der Fahrplan geändert. Ab sofort fährt die von Saarbrücken kommende Linie N13 ab Heusweiler über Niedersalbach, Walpershofen, Köllerbach, Püttlingen und Ritterstraße zurück nach Riegelsberg Süd. Und von dort aus - nach Ankunft der Linie N4 aus Saarbrücken - auf gleichem Weg wieder zurück nach Niedersalbach. Dafür entfällt die Linie N33, Eiweiler wird weiter von der Linie N4 bedient.

"Für die Bürger aus dem Köllertal heißt das, dass sie künftig ein paar Minuten länger unterwegs sind, dafür brauchen sie aber nicht mehr umzusteigen. Und die Haltestellen bleiben natürlich dieselben", beruhigt Lill, dem es wichtig ist, "dass das Angebot in gleicher Qualität für die kommenden acht Jahre gesichert ist." Und das trotz Betreiber-Wechsel - denn das ist die zweite Neuerung.

Wurden die im Januar 2011 ins Leben gerufenen Nachtbuslinien bisher von Saar-Pfalz-Bus, den Völklinger Verkehrsbetrieben und der Saarbahn GmbH bedient, übernehmen das künftig die Aloys Baron GmbH aus Großrosseln und die Marianne Feld GmbH aus Saarbrücken. An neue Fahrer müssen sich die Kunden deshalb nicht gewöhnen. "Die Betreiber waren zwar andere, doch die neuen haben die Linien zuvor schon als Subunternehmer bedient. Da hat sich nicht viel geändert. Nur die Flagge wurde gewechselt", erläutert der VGS-Verkehrsplaner.

Die neuen Betreiber der Nachtbus-Linie hatten sich in einem europaweit ausgeschriebenen Bieterverfahren durchgesetzt. "Ein besonderes Augenmerk haben wir darauf gelegt, dass die Unternehmen sich an das saarländische Tariftreue-Gesetz halten. Dazu musste eine Erklärung abgegeben werden", gewährt Lill Einblick in die Auswahlkriterien.

Pünktlichkeit ist wichtig

Auch Qualitätsstandards spielen eine große Rolle. Etwa werde stark auf Sauberkeit der Fahrzeuge geachtet, auch deren Alter werde in Augenschein genommen. "Monatlich wird geprüft, und die Ergebnisse werden in einem Punktesystem festgehalten." Zudem wird sehr genau auf Pünktlichkeit geachtet, wie Lill erläutert: "Alle Busse sind mit der sogenannten ‚Saarland-in-Time-Technik' ausgerüstet. Darüber können mit GPS sämtliche Fahrdaten abgerufen werden." Ein, zwei Minuten Verspätung seien tolerierbar, "wird es mehr, kann es eine Strafe geben".

Zum Thema:

Auf einen BlickDie Nachtbusse verkehren in den Nächten von Freitag auf Samstag, von Samstag auf Sonntag und in den Nächten vor Feiertagen. Die Fahrt im Regionalverband kostet pro Person zwei Euro. Über die Verbandsgrenzen hinaus vier Euro. Zeitkarten und andere Vergünstigungskarten gelten nicht. Einzelne Gaststätten und Diskotheken akzeptieren das Nachtbus-Ticket als Verzehrgutschein. togvgs-online.de