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Musikant aus Leidenschaft

Jannik Webel, gerade erst 18 geworden, beherrscht neun verschiedene Instrumente, und das mit Leichtigkeit. Foto: M. Jungfleisch
Jannik Webel, gerade erst 18 geworden, beherrscht neun verschiedene Instrumente, und das mit Leichtigkeit. Foto: M. Jungfleisch FOTO: M. Jungfleisch
Riegelsberg. Jannik Webel spielt Klavier, Orgel, Posaune, Trompete, Tuba und noch viel mehr und bereichert gleich drei verschiedenen Orchester und Vereine mit seinem Können. Dirigent werden, das ist sein Ziel. Von SZ-MitarbeiterinMonika Jungfleisch

Bevor Jürgen Webel die Geburt seines Sohnes Jannik vor 18 Jahren dem Standesamt meldete, hatte er ihn bereits beim "Bund saarländischer Musikvereine" angemeldet. Das war gerade mal eine Stunde nachdem der kleine Jannik das Licht der Welt erblickt hatte. Die Begeisterung seines Vaters für die Musik hat sich auf Jannik übertragen. Heute spielt er neun Instrumente.

Instrumente lernen zuhauf

Mit acht Jahren fing Jannik mit der Blockflöte an. Drei Monate später stieg er bereits auf Tenor- und Baritonhorn um. Vier Jahre lang ließ er sich von Franz-Josef Ney, dem langjährigen Dirigenten des Blasorchesters Riegelsberg "die Flötentöne beibringen". Wegen der Schule pausierte der Schüler der Leonardo-Da-Vinci-Gemeinschaftsschule zwei Jahre, doch dann gab es kein Halten mehr. Bei der Stadtkapelle Püttlingen, im Blasorchester Riegelsberg und im Eiweiler Musikverein "In Treue fest" musiziert Jannik Webel mit wachsender Begeisterung und Können. Sein Instrumentenrepertoire vergrößerte sich sprunghaft. Mit Leichtigkeit brachte er sich das Klavier- und Orgelspielen bei. Auch auf Tenor- und Bassposaune, Trompete, Flügelhorn und Tuba spielt Jannik Webel mittlerweile sicher. "Zwingen zum Üben mussten wir ihn nie", ergänzt seine Mutter Anja Webel.

"Immer wenn mein Vater zur Arbeit ging, habe ich mir seine Posaune gegriffen und geübt", erzählt das musikalische Multitalent. "Wenn ich nicht für die Schule lerne oder schlafe, dann mache ich Musik", schildert der junge Riegelsberger, der schon Anfang des Jahres 2011 mit 14 Jahren als jüngster Absolvent seine Dirigentenprüfung bestanden hatte.

Seine erste große musikalische Herausforderung bestand der Jugendliche mit Bravour. Ein Ehepaar hatte sich zu ihrer Hochzeitsmesse eine musikalische Begleitung mit "Star Wars-Melodien" gewünscht. "Ich erhielt die Noten per E-Mail, übte drei Mal im ‚Püttlinger Dom‘…" - und dann erfreute er das Paar tatsächlich zum Ein- und Ausmarsch mit der außergewöhnlichen Hochzeitsmusik.

Viele Musik-Projekte

Sein Talent hat sich mittlerweile rumgesprochen. Immer öfters wird Jannik Webel von anderen Orchestern und Kapellen zur Unterstützung bei Konzerten angefordert.

Auch in seiner Schule in Riegelsberg hat er viele Projekte musikalisch zusammen mit der von ihm gegründeten Schulband "The Sixteen Inches" mitgestaltet: "Das Fest der leisen Töne", Schulfeste, Abschiedsfeiern und jüngst die Papier-Mode-Ausstellung im Riegelsberger Rathaus.

Ein Leben ohne Musik kann er sich gar nicht vorstellen. Um eine gute Posaune zu kaufen, fährt er auch schon mal mit seinem Vater bis nach Freiburg. Seine Großeltern hatten sogar ihr Schlafzimmer geräumt, als das Klavier sich nicht die Treppe hoch in Janniks Zimmer bugsieren ließ. Insgeheim träumt er von einer Karriere als Dirigent. Zuvor beginnt er jedoch nach erfolgreich bestandener mittlerer Reife eine Lehre als Rechtsanwaltsfachangestellter in Saarbrücken.