Musikalische Reise nach Spanien

Das Kammerorchester Riegelsberg begeistert die Besucher in der evangelischen Kirche in Walpershofen.

Ganz schön ins Schwitzen kam Benedict Guntermann, Vorsitzender, Konzertmeister und Solist beim Kammerorchester Riegelsberg am Sonntagnachmittag in der evangelischen Kirche in Walpershofen. Und das lag nicht nur an den wärmenden Frühlingstemperaturen. Vielmehr hatte sich der 1982 geborene Musiker, der mit sieben Jahren zum ersten Mal Geigenunterricht bekam und seine Ausbildung in Saarbrücken, Düsseldorf, Freiburg und schließlich im italienischen Montepulciano absolviert hat, einer großen musikalischen Herausforderung gestellt.

Zusammen mit dem Kammerorchester spielte er als Solist die "Suite populaire espagnole", ein überaus anspruchsvolles Werk des spanischen Komponisten Manuel de Falla. Vor allem der Wechsel in den Tempi und Gefühlslagen, aber auch in den Tonhöhen absolvierte Guntermann mit Bravour. Dafür gab's viel Applaus vom begeisterten Publikum, aber auch vom Dirigenten Ewald Becker und dem gesamten Orchester.

Sehr gut zur spanischen Musik passte das lichtdurchflutete Gotteshaus, das den perfekten Rahmen für das außergewöhnliche Konzerterlebnis bot. Unter dem Motto "Spanische Impressionen" nahmen die Musiker das Publikum mit auf eine musikalische Reise nach Spanien. Und, eines gleich vorweg, bei der Stückauswahl von Ewald Becker wurde das Konzert keinen Moment langweilig, zeigte vielmehr die Vielfalt der spanischen Musik des 19. und 20. Jahrhunderts. Nicht zuletzt lag das neben der Literaturauswahl Beckers auch an Orchestermitglied Wolfgang Birtel, der gleich mehrere Stücke, die sonst eher in der Gitarrenmusik zu Hause sind, eigens für das Kammerorchester Riegelsberg arrangiert hatte.

Trotz Sonnenschein durfte sich das Orchester, das in diesem Jahr 60 Jahre alt wird, über den großen Zuspruch der Konzertbesucher freuen. Im ersten Teil des Konzerts näherte sich der Klangkörper zunächst einmal den typisch spanischen Elementen an, Felip Pedrells "Courante" und "Gallarda" boten einen leichten und schönen gefühlvollen Einstieg in den Nachmittag. Mit Isaac Albéniz wurde es zum ersten Mal richtig spanisch. Seine Stücke nahmen das Konzertpublikum mit auf eine Reise in die spanischen Städte Sevilla und Cordoba. Spätestens bei Manuel de Falla konnte das Publikum fast die Kastagnetten hören, den Torero einmarschieren sehen und die Folklore Spaniens erleben. Am Ende gab es viel Beifall für das Orchester, das in den vergangenen Monaten sehr intensiv an diesem Programm gearbeitet hatte.