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Mundartreise durch das Saarland

Riegelsberg. Kreuz und quer durch das Saarland ging die Mundartreise von Kabarettist und Liedermacher Christof Scheid am Freitag in der Scheune Neuhaus in Riegelsberg. Mit rollendem "R" und in tiefstem nordsaarländischem Platt gab der gebürtige Hasborner Unterricht in Sachen saarländischer Mentalität und stellte die Charakteristika von "wahren Männern" heraus Von SZ-Mitarbeiterin Aline Maldener

Riegelsberg. Kreuz und quer durch das Saarland ging die Mundartreise von Kabarettist und Liedermacher Christof Scheid am Freitag in der Scheune Neuhaus in Riegelsberg. Mit rollendem "R" und in tiefstem nordsaarländischem Platt gab der gebürtige Hasborner Unterricht in Sachen saarländischer Mentalität und stellte die Charakteristika von "wahren Männern" heraus.Ganz nach der Devise "ich kenn do äner, der wo äner kennt", wird im Saarland geschafft. Das nötige handwerkliche Equipment hat meistens der Nachbar. Der weiß auch, wie gedübelt, gebohrt und geschraubt wird. Wenn er Zeit hat, steht der Saarländer gerne selbst mit Rat und Tat zur Seite, schafft ach mo schwarz. "Ich bewundere solche wahren Männer", erzählte Christof Scheid, "die stehen mit beiden Beinen im Leben und ich mit meinen zwei linken Händen daneben." Das Saarland als Nabel der Welt. Scheid lässt Berühmtheiten berichten, was sie mit dem Saarland verbinden. So mimt der Kabarettist einen nuschelnden Erich Honecker, der lieber seinen eigenen Staat gegründet hat, da das Saarland stets zwischen Deutschland und Frankreich hin- und hergerissen war.Auch Helmut Kohl wusste Scheid stilsicher zu imitieren. Der Altbundeskanzler geht Kohl bei einer Reise von der angrenzenden "Palz" ins Saarland regelmäßig mit sich und seiner Körperfülle in Klausur: Nein, er ist nicht zu dick. Denn es sind schon viele Dünne verhungert, aber noch kein Dicker ist geplatzt.Mit dieser Einstellung ist er laut Scheid bei den Saarländern in bester Gesellschaft, denn geschafft hann sie schnell, Hauptsach aber man hat gudd gess. Gudd gess, schnell gang, gudd ankumm. Die Saarländer sind ein sparsames Völkchen, auch in Sachen Grammatik.Warum viele Worte verlieren, wenn man mittels zweier Standard-Vokabeln nach dem Befinden seines Gegenübers fragen kann? Der klassische saarländische Dialog daher: Unn? Ei jo. Da ist wirklich alles gesagt.Christof Scheid zeigt sich vielseitig und wandelbar. Neben Gitarren- und Gesangseinlagen kommen Hüte und Brillen zum Einsatz. Das Publikum reagiert mit minutenlangen Lachsalven.