Mit Wortwitz fürs Schwenker-Paradies

Mit Wortwitz fürs Schwenker-Paradies

Der „Pälza“, der „Saarlänna“ und die zwischen beiden liebevoll verteilten verbalen Prügel, das ist und bleibt ein Lieblingsthema Detlev Schönauers. Das konnten am Sonntag auch die vielen Besucher in Jochems Kneipe feststellen.

"Schwenkers Paradies - eine kabarettistische Liebeserklärung an die Saar", so nennt Detlev Schönauer sein Programm. Seine Liebe zur Saar und zu den Menschen nimmt man dem in Riegelsberg lebenden Künstler gerne ab. Wie intensiv muss sich Schönauer mit der saarländischen Seele, der Lebensweise und den dazugehörenden Macken beschäftigt haben, dass er als gebürtiger Rheinhesse inzwischen genau so tickt wie die Saarländer.

Sein Kernthema ist und bleibt das Verhältnis zwischen "de Pälzer un de Saarlänna", manchmal meint man, Schönauer hätte die herzliche, gegenseitige und augenzwinkernde Abneigung erst erfunden.

So sorgte er sich in der komplett gefüllten Jochems Kneipe und vor komplett erfreutem Publikum um die Zukunft des idyllischen Fleckchens, genannt Saarland: "gerade mal so groß wie ein handelsüblicher Ölteppich". Die "Pälzer" planten, einen Freizeitpark aus dem Saarland zu machen. "Ein Gespenst geht um - Länderneuregelung." Er verglich diese Pläne mit der Gebiets- und Verwaltungsreform von 1974, als jede Menge "Mehrzweckhallen ohne Zweck" entstanden, und "Spiesen immer noch nicht zu Elversberg passt". Aber: "Wir kämpfen bis zum letzten Lyonerzipfel", und: "lieber in die Saar als in die Palz". Wer so weitschweifend und kenntnisreich über das Saarland räsoniert, kommt an der Betrachtung der Sprache nicht vorbei. "Hochdeutsch kann hier kä Sau", erkannte Schönauer. Ach ja, die moderne Sprachhygiene: "Früher hann mir Mohrekäpp gess, heit Schaumküsse mit Migrationshintergrund".

Auch die Berliner und Saarbrücker Politszene streifte der Künstler und stellte fest, dass man "kä Ahnung zu hann braucht, um Minister zu genn": Gesundheitsminister Hermann Gröhe sähe zwar krank aus, das sei jedoch keine Qualifikation. Und dass Ursula von der Leyen sieben Kinder gebändigt habe, reiche nicht als Eignung zur Verteidigungsministerin. Schönauers Betrachtungen sind hellsichtig und kenntnisreich und künden von tiefer Sympathie für seine Zielgruppe.

Gastgeber Jochem Franken und Michael Mantey waren trotz der wegen des Regens geplatzten Terrassenveranstaltung sehr zufrieden: "Mit einem echten Knaller starten wir in die zweite Hälfte des Veranstaltungsjahrs." "Übrigens", so Franken, "Detlev Schönauer hat in Jochems Kneipe im Haus Wacker in Riegelsberg vor genau 20 Jahren seine erste Live-CD produziert".