Milder Winter schont die Gemeindekassen

Milder Winter schont die Gemeindekassen

Durch den warmen Winter sparen die Kommunen im Regionalverband fünfstellige Summen. Der Winterdienst in Saarbrücken musste bisher nur 29-mal ausrücken, im vorigen Winter waren es noch 356 Einsätze. Auch im Köllertal gab es kaum Streu-Einsätze.

Der städtische Zentrale Kommunale Entsorgungsbetrieb (ZKE) in Saarbrücken hat im Winter 2013/14 im Vergleich zur Vorsaison nur ein Zehntel des Streusalzes und lediglich ein Viertel der Sole benötigt, um Saarbrückens Straßen sicher zu machen. Dies verringerte die Kosten im Vergleich zum Vorjahr um 93 000 Euro, teilte der Betrieb auf Anfrage mit.

Besonders hoch war die Ersparnis in Heusweiler, wo es in den sieben verzweigten Ortsteilen ein großes Straßennetz zu betreuen gilt, was in strengeren Wintern nur mit vielen Überstunden möglich ist. "Wir haben 155 000 Euro weniger an Personal- und Fahrzeugkosten", so der kommissarische Bauamtsleiter Peter Paulus, der sich selbst von dieser Zahl überrascht zeigte. Zudem brauchte man 360 Tonnen weniger Salz und sparte so, trotz wieder gefüllter Lager, nochmals 9500 Euro. Und allein für Sofortmaßnahmen zur Ausbesserung von Straßenschäden waren im vorigen Winter etwa 7000 Euro fällig, diesmal 6000 Euro weniger.

In Riegelsberg, so Bauhof-Leiter Eligius Karrenbauer, war man nur zwei Mal im Januar bei Raureif rausgefahren, um vorsorglich zu streuen. Einer der drei Riegelsberger 24-Tonnen-Salz-Silos, in dem nur noch 15 Tonnen drin waren, wurde geleert, so dass er inzwischen wieder komplett gefüllt wurde.

Die Stadt Püttlingen meldet eine Ersparnis bei Streumitteln von 16 000 Euro (plus eine Aufstockung der Bestände) sowie 1227 Stunden Arbeitszeit. Diese seien zum Teil nicht als Überstunden angefallen, oder die Mitarbeiter seien woanders eingesetzt worden, etwa bei Baumpflege, Heckenschnitt und Uferpflege in der Innenstadt. Im Fuhrpark sei die Ersparnis mit 20 000 Euro anzusetzen (Abschreibung Fahrzeuge, Reparaturen, Spritkosten). Auch habe der milde Winter die Straßen gegenüber dem Winter 2012/2013 weniger in Mitleidenschaft gezogen. Das entlaste den Haushalt und ermögliche höhere Investitionen in die städtische Infrastruktur.

"Monatelange extreme Kälte, Glätte und Schneefall wie in den letzten Jahren blieben aus", sagte Klaus Faßbender, Bereichsleiter des Saarbrücker ZKE, "so konnten wir Material- und Einsatzkosten sparen und dadurch die Mehrkosten der Vorjahre wieder etwas ausgleichen." Für die Räum- und Streuarbeiten auf den 35 000 Quadratmetern Fläche und 950 Kilometern Fahrbahn, um die sich der ZKE kümmert, hat er in der bisherigen Saison 2013/14 genau 116 733 Kilogramm Streusalz und 61 222 Liter Sole benötigt (Stand vom 13. März). Und erbrachten die Männer und Frauen der Saarbrücker Stadtreinigung in der Saison 2012/2013 noch 5633 Stunden in 356 Einsätzen, so waren sie bis jetzt lediglich rund 262 Stunden bei nur 29 Einsätzen im Winterdienst.

In Völklingen betrug die Ersparnis nach Auskunft der Verwaltung bislang 60 000 Euro. Für den Baubetriebshof der Stadt Sulzbach meldete der stellvertretende Leiter Stefan Gorges, dass die Stadt etwa 60 000 Euro beim Streusalz und 5000 Euro bei der Lauge spare. Und bei den Straßenreparaturen wurden durch den milden Winter die Defizite der letzten Jahre in einem größeren Maße aufgearbeitet (hier stehen jährlich im Haushalt 300 000 Euro zur Verfügung). Die eingesparten Personalkapazitäten konnten schon frühzeitig mit Reinigungs- und Instandsetzungsarbeiten in den Grünanlagen beginnen.

Die Gemeinde Quierschied sparte bei Zahlungen ans Landesamt für Straßenbauamt (LfS) für Winterdienste 6000 Euro und 25 000 Euro beim Salz, zudem 600 Überstunden beim Bauhof, was 13 500 Euro entspricht. Und in Kleinblittersdorf musste man 80 Prozent weniger "salzen", Ersparnis: 20 000 Euro.

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