Menschen in Not zur Seite stehen

Das Schicksal afghanischer Flüchtlinge, die in Riegelsberg gelandet sind, hat Franziska Rase tief bewegt. Die 65-Jährige will helfen, die Lebenssituation der Jugendlichen zu verbessern. Ihre Vorschläge kommen an.

Kürzlich berichtete die Saarbrücker Zeitung über das Schicksal von acht afghanischen Jugendlichen, die vor Krieg, Elend, Hunger, Verfolgung und Unterdrückung in ihrer Heimat nach Deutschland geflohen waren. In Riegelsberg haben sie eine sichere Bleibe gefunden, in der sie sich von ihren traumatisierenden Erlebnissen in ihrer Heimat und auf der Flucht erholen können.

Das Schicksal dieser Jugendlichen hat Franziska Rase tief bewegt. Die 65-jährige Riegelsbergerin hat sich Gedanken gemacht, wie den Jugendlichen geholfen und ihre Lebenssituation verbessert werden kann.

"Als Mutter von acht Kindern empfinde ich viel Empathie für die Jugendlichen, die sicherlich nicht leichten Herzens ihre Heimat, ihre Eltern und ihre gewohnte Umgebung verlassen haben. Dazu gehört viel Mut. Doch wie kann ich helfen? Was kann ich tun, um diesen Jugendlichen ihren Alltag zu erleichtern?"

Diese Fragen ließen die gelernte Altenbetreuerin nicht los. Sie nahm Kontakt mit dem Margaretenstift in Saarbrücken und dem Clearinghaus in Völklingen auf. Beide Einrichtungen betreuen afghanische Flüchtlinge.

Ihre konkreten Hilfsangebote trafen dort auf offene Ohren. "Die Vorschläge von Franziska Rase haben uns sehr erfreut", sagte Stephan Becker vom Margarethenstift. Fahrräder, technische Geräte, zum Beispiel Computer oder Handys für die Kommunikation mit der alten Heimat, Familien-Patenschaften für die Betreuung in der neuen Umgebung, Eingliederungen in örtliche Vereine, die die Integration der Jugendlichen erleichtern, "all dies sind wichtige Hilfen für die Jugendlichen".

Stefanie Grönitz vom Clearinghaus des Diakonischen Werkes würdigt die Vorschläge von Franziska Rase als ermutigendes Bürgerengagement. "So was erleben wir eher selten, dass Bürger von sich aus ihre Mithilfe anbieten. Für die Ersteingewöhnung der jugendlichen Flüchtlinge, die wir betreuen, sind Geldspenden immer willkommen. Damit können wir beispielsweise Freizeitaktivitäten für die Jugendlichen finanzieren."

Für die Riegelsbergerin ist es ein schönes Gefühl zu wissen, dass ihre Ideen ernst genommen werden. "Ich freue mich, mit eigenen Aktivitäten die Not anderer Menschen lindern zu können. Wir sollten unsere Verantwortung für unsere Mitmenschen nicht nur an die entsprechenden staatlichen Hilfsstellen delegieren. Wir Bürger sollten mit anpacken, Menschen in Not zur Seite zu stehen. Ich selbst habe über viele Jahre eine Mutter mit vier Kindern aus Sri Lanka begleitet. Ich habe sie seelisch, moralisch, praktisch und finanziell unterstützt. Deren Dankbarkeit hat mir viel Freude und Glück beschert."

Mit Blick auf die aktuelle Diskussion über die Unterbringung von Bürgerkriegsflüchtlingen in Berlin, die einen ganzen Stadtteil entzweien, appelliert Franziska Rase: "Lasst uns nicht die Hoffnung der Flüchtlinge zunichte machen, hier in unserem Land endlich in Sicherheit zu sein. Begegnen wir ihnen mit Wohlwollen und Hilfsbereitschaft, damit sie sich bei uns in der Fremde angenommen fühlen können. Ich denke, auf ähnliche Weise könnte man sich auch der syrischen Flüchtlinge annehmen, die demnächst im Saarland erwartet werden."

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