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Mehrheiten in Heusweiler werden schwierigBürger schreiten gelassen zu den Urnen

Mehrheiten in Heusweiler werden schwierigBürger schreiten gelassen zu den Urnen

Püttlingen: In der Politik können Gewinner und Verlierer manchmal identisch sein. So geht es diesmal der Püttlinger CDU: Nach wie vor ist sie im Püttlinger Stadtrat mit 45,1 Prozent der Stimmen deutlich die stärkste Partei, hat aber auch nach Einbußen von 7,3 Prozent die absolute Mehrheit im Stadtrat verloren

Püttlingen: In der Politik können Gewinner und Verlierer manchmal identisch sein. So geht es diesmal der Püttlinger CDU: Nach wie vor ist sie im Püttlinger Stadtrat mit 45,1 Prozent der Stimmen deutlich die stärkste Partei, hat aber auch nach Einbußen von 7,3 Prozent die absolute Mehrheit im Stadtrat verloren. Den anderen Verlierer des gestrigen Abends findet man am anderen Ende des Parteien-Spektrums: Franz Hertels DKP, 2004 noch der strahlende Gewinner und auf sagenhafte 15,6 Prozent hochgeschnellt, musste nun Einbußen von 8,5 Prozent hinnehmen und liegt bei 7,1 Prozent. Das zeigt auch, dass drei Rot-Schattierungen zu viel für eine Kommune sind, denn die Linke, der nach Zuwachs-Prozenten große Gewinner der Wahl, kam aus dem Stand auf 10,6 Prozent. Freuen kann sich auch die SPD - über einen sehr ordentlichen Zuwachs um vier auf 26,4 Prozent. Etwas steigern konnte sich auch die FDP auf 7,1 Prozent, bei den Grünen gab es ein winziges Minus auf 3,6 Prozent. Somit kann die CDU nicht mehr alleine regieren, das "bürgerliche Lager" aus CDU und FDP hat allerdings zusammen die Mehrheit vor dem "linken Lager".

Die Wahlbeteiligung lag bei 66,3 Prozent, bei der Kommunalwahl 2004 (damals nicht mit einer Bürgermeisterwahl ) hatte sie bei 59,3 Prozent gelegen, 1999 waren es 64,9 Prozent.

Heusweiler: Knapp wurde es bei der Kommunalwahl in Heusweiler: Die CDU ist mit 34,8 Prozent (3095 Stimmen) stärkste Partei, gefolgt von der SPD mit 31,3 Prozent (2790 Stimmen). Die Linke erreicht aus dem Stand 11,7 Prozent (1042 Stimmen), dicht gefolgt von der FDP mit 11,2 Prozent (1000 Stimmen). Die NÖL landet bei 7 Prozent (623 Stimmen), die Grünen bei 4 Prozent (352 Stimmen). Dabei mussten alle etablierten Parteien ordentlich Federn lassen außer der FDP, die ordentlich zulegte. Interessant die Sitzverteilung: CDU 12, SPD 11, Linke 4, FDP 3, NÖL 2, Grüne 1 Sitz. Das lässt vielschichtige Kombinationen bei Abstimmungen erwarten, denn nach einem echten Mehrheits-Block sieht es derzeit nicht aus. Die Wahlbeteiligung lag bei 59 Prozent, 2004 waren es 57,3 und 1999 waren es 60,7 Prozent

Riegelsberg: In Riegelsberg lag gestern um 22.30 Uhr das Endergebnis noch nicht vor, nur das Ergebnis ohne Briefwahl, wodurch es noch zu Änderungen kommen kann. Hier das Ergebnis ohne Briefwahl: CDU 39,5; SPD 38,3; Die Linke: 10,6; FDP: 5,8; Grüne: 5,8.

Köllertal. Eine Minute und sechsunddreißig Sekunden. So lange dauert es - im bescheidenen Selbstversuch -, um in einer Wahlkabine in Püttlingen im gemütlichen Tempo alle fünf Wahlscheine anzukreuzen. Wobei beim Betrachten der langen Europawahl-Liste noch Zeit bleibt für den Gedanken, ob wohl irgendein Köllertaler seine Stimme der Bayern-Partei gibt.

Im Püttlinger Wahlbezirk 110 mit Wahllokal in der Peter-Wust-Schule jedenfalls hatten gestern bis 11.45 Uhr von knapp 600 Wahlberechtigten (ohne Briefwähler) schon 118 ihre Stimme abgegeben. Die Wahlbeteiligung war somit bis dahin etwa so groß wie bei den Kommunalwahlen 2004. Ist es eigentlich auch noch heute so, dass viele Wähler den Wahl- mit dem Kirchgang verbinden? "Ja", so Silke Blaes, Wahlvorsteherin im Bezirk 110, denn es fällt auf: "Kurz vor Beginn der Messe und kurz danach ist der Andrang immer besonders groß."

Auch in Heusweiler können die Bürger ihre Kreuzchen auf fünf Zetteln machen - zwar ohne Bürgermeister-Wahl, dafür jedoch - im Gegensatz zu Püttlingen - auch noch mit Ortsratswahlen.

Im Wahllokal 24 in der Heusweiler Kulturhalle tummeln sich gegen 13.45 Uhr kaum Wähler - was nicht verwunderlich ist, da um diese Zeit mehrere heftige Schauer niedergehen.

Es ist übrigens die zweite Kommunalwahl und Europawahl, bei der es keine Umschläge mehr für die Wahlscheine gibt, "und das", so eine Dame aus dem Wahlvorstand in der Kulturhalle, "ist von Wählern auch positiv aufgenommen worden". Im Hinblick auf den langen Wahlschein ergänzt der stellvertretende Wahlvorsteher: "Bei den Europawahlen ging das mit einem Umschlag auch gar nicht mehr."

Wie wahr: "Was für ein enger Schlitz!", murmelt eine Wählerin mit halblauter Stimme, als sie im Wahllokal 01 im Riegelsberger Rathaus den Europa-Wahlschein in die Urne stopft. Hier riecht es nach einer vergleichsweise guten Wahlbeteiligung: Um 14.15 Uhr haben schon knapp 40 Prozent der Wähler den Urnengang hinter sich (die Wahllokale schließen um 18 Uhr). Gibt es eigentlich von den Wählern noch politische Anmerkungen in letzter Sekunde? "Nein", so die stellvertretende Wahlvorsteherin Kerstin Müller-Kattwinkel, "bisher ist alles sehr ruhig geblieben." In Riegelsberg können die Bürger sogar sechs Kreuzchen machen, da es hier sowohl Bürgermeister- als auch Ortsratswahlen gibt.

In welcher Reihenfolge werden eigentlich die Stimmen ausgezählt? Die Mitglieder des Wahlvorstandes listen auf: Erst kommt die Wahl zum Europäischen Parlament, es folgen: Wahl zum Regionalverbandsdirektor (ehemals Stadtverbandspräsident), Bürgermeister-Wahlen, Wahl zur Regionalversammlung, Stadt-, beziehungsweise Gemeinderatswahlen, zuletzt die Ortsratswahlen.

Da bleibt zu hoffen, dass die vielen Wahlhelfer im Köllertal, die gute Arbit leisteten, nicht allzu lange arbeiten müssen . . . mr