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Städtebau Ideen-Wettbewerb: Mehr Grün, Tiefgaragen, Stege über die Saar

Städtebau Ideen-Wettbewerb : Mehr Grün, Tiefgaragen, Stege über die Saar

Ergebnisse des Ideen-Wettbewerbs zur Umgestaltung von Alt-Saarbrücken sind in der Hochschule der Bildenden Künste ausgestellt.

Trotz neuer Bauprojekte soll Alt-Saarbrücken sehr viel grüner werden — mehr Parks bekommen, wo die Bürger ihre Freizeit verbringen und sich erholen können. Gleichzeitig sollen im Stadtteil aber auch viele weitere Stellplätze für Pkw entstehen.

Was wie Zauberei klingt, ist ein städtebaulicher Plan, eine Koproduktion der Firmen Kollmann Architekten, Schweitzer Ingenieure und Latz&Partner Landschaftsarchitekten. Gemeinsam erhielten sie dafür den ersten Preis im städtebaulichen Ideenwettbewerb, den die Landeshauptstadt für den unteren Teil von Alt-Saarbrücken ausgeschrieben hatte.

Die Entwürfe sind seit jetzt in der Hochschule der Bildenden Künste (HBK) in Saarbrücken ausgestellt. Architekt Markus Kollmann und seine  Partner hatten die Jury unter anderem deshalb überzeugt, weil sie einen idealen Platz für die geplante Erweiterung der Saarmesse entdeckt haben — und zwar den Parkplatz der Toto-Gesellschaft, quasi eine riesige Baulücke zwischen Toto-Haus und Umweltministerium, die Kollmann und seine Partner mit einem Congresszentrum schließen wollen.

Nach ihrem Entwurf können Pkw gleich von der Autobahn statt auf den Parkplatz in eine unterirdische Tiefgarage fahren, die ein Mehrfaches an Kapazitäten enthält. Über einen Fußgängersteg gelangt man von hier über die Saar auf kürzestem Wege in die Congresshalle auf St. Johanner Seite. Der Vorteil: Der Bürgerpark muss nicht, wie bisher überlegt, wertvolle Grünflächen abgeben.

Auch für die Handwerkskammer, die Erweiterungspläne hegt, haben Kollmann und Partner eine grünschonende Lösung gefunden. Statt sich mit einem Neubau über die Hohenzollernstraße hinweg auf den derzeitigen Parkplatz des Pingusson-Baus auszubreiten, schlagen Kollmann und Partner ein Hochhaus auf dem HWK-Parkplatz als unmittelbaren Anbau an den Bestandsbau vor.

„So kann man kostengünstiger und effizient den Raumbedarf decken,“ sagt Kollmann dazu. Platz für ein Parkhaus sieht der Architekt im Block-Innenbereich der HWK. Auch der Parkplatz am Rand des Pingusson-Parks soll unter Grün verschwinden. Hier will er mit einem schmalen hohen Hochhaus-Turm, genannt Campanile, der ein gemeinsames Gründerzentrum von HWK und Hochschule für Technik und Wirtschaft werden könnte, ein markantes Stadteingangstor setzen.

So wie auf St. Johanner Seite der Bürgerpark soll sich künftig parallel auf der Alt-Saarbrücker Seite zwischen Kepplerstraße und HTW-Campus ein durchgehender „Grünraum-Parcours“ an der Saar entlangziehen. Ein zweiter Saar-Steg an der HTW soll zwischen den Ufern eine Brücke schlagen.

Die größte neue Grünfläche aber wollen die Planer auf dem Parkplatz an der Heuduckstraße neben dem Jugendamt schaffen. Der Riesenplatz, der mal als Zufahrtsstraße für ein aufgegebenes Tunnelprojekt Richtung französische Grenze angelegt worden war, soll so etwas wie neue grüne Mitte Alt-Saarbrückens werden.

Die zu entsiegelnde Betonfläche ist so groß, dass man sie in mehre Zonen für verschiedene Aktivitäten wie Ruhewiese und Ballspielfläche umwandeln könnte. Auch für ein Wasserbecken ist hier noch Platz. Mit neuen Wegeverbindungen, darunter Pappel-Alleen, soll man sie von allen Seiten zu Fuß durchqueren können. „Und wohin mit den Autos?“ werden manche jetzt schreien. Die könnten in einer Tiefgarage unter dem Gelände des Jugendamtes unterkommen, sagt Kollmann. In ihrem Siegerentwurf hätten er und seine Partner einen ganzen Ring von Parkhäusern für den Stadtteil vorgesehen, um den Autoverkehr, der vornehmlich aus Arbeitseinpendlern bestehe, an den Hauptzufahrten abzufangen.