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Gemeinderat Riegelsberg
Handlungsbedarf: 42 Jahre alte Heizung

In der Riegelsberghalle sind schon unzählige Sport-, Kultur und Unterhaltungsveranstaltungen über die Bühne gegangen – hier ein Jazz- und Modern-Dance-Turnier des Kneippvereins Riegelsberg aus dem Jahr 2006. Doch den Aktiven und Zuschauern drohen kalte Füße: Die Heizanlage ist schon 42 Jahre alt und ab Ende 2019 auch gar nicht mehr zulässig, auch die überalterte Warmwasser-Bereitung ist bedenklich. Am Montag entscheidet der Gemeinderat über neue Anlagen.
In der Riegelsberghalle sind schon unzählige Sport-, Kultur und Unterhaltungsveranstaltungen über die Bühne gegangen – hier ein Jazz- und Modern-Dance-Turnier des Kneippvereins Riegelsberg aus dem Jahr 2006. Doch den Aktiven und Zuschauern drohen kalte Füße: Die Heizanlage ist schon 42 Jahre alt und ab Ende 2019 auch gar nicht mehr zulässig, auch die überalterte Warmwasser-Bereitung ist bedenklich. Am Montag entscheidet der Gemeinderat über neue Anlagen. FOTO: rup
Riegelsberg. Heizung und Warmwasser- bereitung der Riegelsberghalle sind hoffnungslos überaltert und bald nicht mehr erlaubt. AmMontag entscheidet der Gemeinderat über die Sanierung. Auch um die Kitas geht es wieder. Von Marco Reuther

Um Kita-Plätze und wie man genug von ihnen bereitstellen kann, darum geht es auch wieder in der öffentlichen Riegelsberger Gemeinderatssitzung am kommenden Montag, 24. September, 18 Uhr, im Rathaussaal.


Dringlichkeit gebietet aber auch ein weiteres Thema. Aus der Vorlage zur Ratssitzung geht hervor, dass die Riegelsberghalle offenbar dringend eine neue Heizungsanlage und neue Technik für die Warmwasserbereitung benötigt. Die alte Heizanlage – eine Blockspeicherheizung – stammt noch aus dem Jahr 1976 und hat damit den „normalen Lebenszyklus“ einer solchen Heizung um zwölf bis 17 Jahre überschritten, und ab Ende 2019 ist die längst veraltete Technik ohnehin nicht mehr erlaubt. Zudem sei der Raum der Heizzentrale im Gebäude zu beengt. Die Verwaltung wird dem Rat daher vorschlagen, eine externe Heizzentrale an das Gebäude anzubauen und ein Biomasse-Heizsystem anzuschaffen. Das soll dann mit Holzhackschnitzeln oder Holz-Pellets betrieben werden, sparsam im Energieverbrauch, CO2-neutral und vermutlich zu 40 bis 50 Prozent durch Fördergeld zu finanzieren.

Mit der zentralen Warmwasserbereitung der Halle sieht es offenbar noch schlimmer aus: Der sogenannte Pufferspeicher, in dem warmes Wasser bereitgehalten wird, musste bereits wegen eines Defektes von 12 000 auf 6000 Liter halbiert werden. Auch hat das veraltete Rohrleitungsnetz noch kein – eigentlich laut Trinkwasserverordnung inzwischen vorgeschriebenes – Zirkulationssystem. Ein solches System sorgt dafür, dass das ansonsten in den Rohrleitungen stehende Wasser wieder zurückgeführt und erneut erhitzt wird, wodurch die Gefahr von Legionellenbildung deutlich gemindert wird. – Bei Legionellen handelt es sich um eine bestimmte Bakterienart, die für Lungenerkrankungen insbesondere älterer Menschen verantwortlich sein kann und die sich gerne in 5 bis 55 Grad warmen Wasser vermehrt. Wird das Wasser jedoch – wie in neueren Warmwassersystemen – in bestimmten Abständen auf über 60 Grad erhitzt, dann werden etwaige Legionellen inaktiv.



Basis der genannten Erneuerungspläne ist eine von der Gemeindeverwaltung in Auftrag gegebene und zu 80 Prozent aus Bundesmitteln finanzierte Energieberatung, die sich die verbrauchsstärksten Riegelsberger Liegenschaften vornimmt, nämlich die drei Grundschulen und das Rathaus – und eben, so die Verwaltungsvorlage, „mit höchster Priorität die Riegelsberghalle, da hier offenkundig der dringendste Handlungsbedarf besteht“.

Beim Thema „Kita-Plätze“ geht es dann insbesondere um das Schaffen neuer Kita-Gruppen. Die Verwaltungsvorlage läuft darauf hinaus, eine weitere Krippen- und Regelgruppe am katholischen Kindergarten St. Elisabeth zu schaffen. Im Vorfeld hatte es Auseinandersetzungen gegeben, ob die Verwaltung dieses Projekt ausreichend bzw. rechtzeitig unterstützt habe oder nicht (wir berichteten). Des Weiteren könnten eine Krippengruppe, eine altersgemischte Gruppe und eine Regelgruppe am Standort Pflugscheid der Awo geschaffen werden („jedoch keine Anbindung an die bestehende Einrichtung“, heißt es in der Vorlage). Die Erweiterung in St. Elisabeth würde etwa 1,33 Millionen Euro kosten, hinzu kämen auch noch Kosten für den Kauf eines benachbarten Grundstücks und für die benötigte Baustraße. Das „Pflugscheid-Projekt“ würde etwa 1,556 Millionen Euro kosten, das benötigte Grundstück befindet sich bereits in Gemeindebesitz.

Vor Eintritt in die Tagesordnung können Bürger Fragen stellen.

1977 entstand dieses Foto der Riegelsberghalle – ihre Heizanlage ist noch ein Jahr älter. 
1977 entstand dieses Foto der Riegelsberghalle – ihre Heizanlage ist noch ein Jahr älter.  FOTO: Werner Wunderlich (Erben) / Werner Wunderlich