Malen ohne Leistungsdruck

Riegelsberg. "Die Blüte arbeitest du am besten erst später aus dem Weiß des Papiers heraus", leitet Brigitte Weiand eine ihrer Malschülerinnen an. Die sitzt am Tisch und hat vor sich einen Block mit speziellem Aquarellpapier, einen Aquarellkasten und das Bild einer herrlichen Blüte, das sie nachmalen möchte

 Brigitte Weiand (mit Pinsel in der Hand) und einige ihrer Schülerinnen in Riegelsberg. Foto: Iris Maurer

Brigitte Weiand (mit Pinsel in der Hand) und einige ihrer Schülerinnen in Riegelsberg. Foto: Iris Maurer

Riegelsberg. "Die Blüte arbeitest du am besten erst später aus dem Weiß des Papiers heraus", leitet Brigitte Weiand eine ihrer Malschülerinnen an. Die sitzt am Tisch und hat vor sich einen Block mit speziellem Aquarellpapier, einen Aquarellkasten und das Bild einer herrlichen Blüte, das sie nachmalen möchte. "Meine Kursteilnehmer arbeiten am liebsten nach Vorlagen", erklärt die diplomierte Designerin, die ihr Studium unter anderem bei Oskar Holweck absolvierte. Dabei zeigt sie auf ihre in mehreren Ordnern gesammelten Vorlagen.

"Nur draußen, vor Ort, gilt es, das Motiv beziehungsweise den Ausschnitt selbst zu wählen", erläutert sie - und dass dies ein anderer Lerneffekt sei. Doch erst einmal sollte der Umgang mit der Aquarelltechnik an sich erlernt werden. Immer wieder gibt es Fragen nach der Malfolge, nach dem, was zuerst kommt und was negativ, also weiß, stehen bleibt.

Für die Riegelsberger Künstlerin ist das ein sicheres Terrain, denn schließlich widmet sie sich seit mehr als 20 Jahren dieser Technik und konnte schon einige Preise einheimsen - etwa den Sonderpreis beim ersten "Artistes sans frontières" in Forbach im Jahr 2002. Doch auch in der Grafik und der Acrylmalerei ist Weiand zu Hause. Seit 1998 ist sie als Dozentin für verschiedene Volkshochschulen tätig, und seit 2010 gibt sie Kurse in ihrem eigenen AtelierMo, in der Schule für Musik und Bildende Kunst in Elversberg und bei der CEB-Akademie in Merzig. Weiand ist eine rege Person, zu der auch Kinder ab vier Jahren kommen, um den Umgang mit der eigenen Kreativität zu pflegen.

Dabei ist es ihr wichtig, sie "dort zu fördern, wo sie stehen". Schon häufiger habe sie den Satz "Ich kann das nicht" gehört und festgestellt, dass gerade Kinder Angst haben zu versagen.

"Das Ergebnis ist gar nicht wichtig", beteuert die Riegelsbergerin, die "absolut keinen Leistungsdruck" möchte und das, was sie "Machen selbst" nennt, in den Vordergrund stellt.

Prinzipiell arbeitet sie in kleinen Gruppen bis zu sechs Personen mit Farben, Formen und unterschiedlichen Materialien; unter anderem auch plastisch mit Ton oder Pappmaschee, etwa zur Gestaltung von Nanas. Nur wenn es um das gemeinschaftliche Malen eines Bildes beim "Group-Painting" geht, ist die Teilnehmerzahl nach oben offen.

AtelierMo - Brigitte Weiand, Riegelsberg, Ellerstraße 44, Telefon (0 68 06) 33 21

ateliermo-brigitte-weiand.de