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„Logisch, dass viele Auto fahren“

„Logisch, dass viele Auto fahren“

Gut 61 Prozent aller Teilnehmer einer SZ-Online-Umfrage nutzen Busse und Bahnen. Aber vor allem die Fahrkartenpreise sind für viele ein rotes Tuch. Die Nutzer unserer Facebook-Seite Leben in Saarbrücken sehen das genauso. Und legen kräftig nach.

Tobias Hartmann: "Jahreskarte wird jedes Jahr teurer. Einzelkarten sind auch zu teuer, und dann fallen auch noch dauernd Busse oder Bahnen aus. Wenn noch eine schlechte Anbindung dazukommt, ist es relativ logisch, dass viele mit dem Auto fahren."

Dennis Röhr: "Habe in vielen Städten gearbeitet und gelebt. Saarbrücken hat mit die teuersten Tickets und schlechtesten Verbindungen."

Bettina Bignet: "Wenn ich sehe, dass in Riegelsberg am Mittag Gelenkbusse eingesetzt werden für ein paar wenige Schüler, die aus Saarbrücken kommen, damit diese bis fast vor die Haustüre gefahren werden, reine Energie- und Geldverschwendung. Dafür müssen alte Menschen ewig zur Saarbahn laufen. Am Wochenende fährt gar kein Zubringerbus. Doch es gibt immer noch Menschen, die am Wochenende arbeiten und vor 9 Uhr beginnen müssen, und von Riegelsberg bzw. auch von Lebach nicht wegkommen, da man ja Busse nicht einsetzt und die Saarbahn sonntags auch noch vor halb neun fährt. Dann wundert man sich, dass in Riegelsberg ständig die Autos im Stau stehen. Diese Verkehrspolitik wird nur von Menschen gemacht, die nie morgens mit der Bahn oder Bus gefahren sind."

Anita Giarratano: "Zu teuer und sehr schlecht organisiert, in ruhigen Zeiten fahren Doppelbahnen und in den Stoßzeiten eine kleine Bahn. Ist doch ein Witz. Da kannste im Stehen sterben, fällst nicht um, so voll sind die dann."

Pascal Remri: "Schlecht gelaunte Busfahrer sind mir egal, wenn die Verbindungen stimmen würden. Teilweise nur stündlich in einige Richtungen ist bei einer Stadt von der Größe Saarbrückens ein Witz! Ich warte doch nicht eine Stunde, wenn ich mal einen Bus nicht geschafft habe. Es gibt einige Städte, wo alle 10 Minuten Busse in alle Richtungen fahren. Da fahre ich lieber mit dem Rad, bin sportlich unterwegs, spare mir die Fahrtkosten und schlechten Verbindungen."

Petra Stein: "Bei aller sicherlich berechtigten Kritik am ÖPNV-Angebot, was die Verbindungen angeht: Autofahren ist nicht billig! Und: Es geht immer nur um Bequemlichkeit und günstige Preise und Zeit. Aber schon mal was davon gehört, dass der Autoverkehr Lärm, Platzmangel und CO in einem Maße verursacht, dass wir (oder unsere Kinder) in Zukunft heftig draufzahlen?!"

Jo Ba Bu: "Ich glaube, dass es eine politische Entscheidung ist, den öffentlichen Nahverkehr nicht so komfortabel auszubauen, dass wir gerne umsteigen. Die Autoindustrie und die dahinterliegende Vorstellung von Wohlstand behindern eine nachhaltige Gesellschaft, nicht der ÖPNV allein!"

Judith Hett Rich: "Obwohl sich in den letzten Jahren schon viel getan hat, gibt es immer noch zu wenige Verbindungen (also oft lange Wartezeiten) und vieles, was nur kompliziert zu erreichen ist. Es ist mir z. B. ein absolutes Rätsel, warum man so oft gezwungen ist, auf die Saarbahn umzusteigen für zwei Haltestellen. Warum kann nicht zumindest der Hauptbahnhof in Saarbrücken auch ohne großartiges Umsteigen erreicht werden? Ich überlege mir doch zweimal, ob ich von Klarenthal mit Gepäck ans Rathaus fahre, dort alles bis zur Johanneskirche schleppe und dann per Saarbahn zum HBF fahre oder ob ich jemanden frage, ob er mich hinfährt mit dem Auto."

Ines Suse: "Ich finde es auch zu teuer... Ich würde mich freuen und auch für sinnvoll halten, wenn die Anwohner eine vergünstigte Jahreskarte erwerben könnten. Somit wären weniger Autos in der Stadt unterwegs, und es gäbe auch keine Parkplatzprobleme. Die Verbindungen finde ich richtig gut."

Jens Weintraut: "Selbst erlebt: Strecke IT-Park bis Feldmannstraße mindestens 75 Minuten mit Bussen. Mit dem Rad durch den DFG in maximal 30 Minuten. Das macht 1,5 Stunden Zeitersparnis am Tag."

Alina Herr: "Natürlich ist der Saarbrücker ÖPNV wesentlich günstiger als selbst ein Auto zu besitzen (und für Sprit, Reparatur, Versicherung etc. zu zahlen). Aber die Fahrpläne sind wirklich nicht gut durchdacht, die Taktung ist schlecht, die Anbindungen teils auch. Am Wochenende wird es richtig schwierig, wenn man aus der Stadt raus will auch. Wenn man schon nur eine Linie hat, müssen wenigstens die Busse gut funktionieren und nicht einfach so ausfallen oder ständig zu spät kommen."

Volker König: "Das Problem ist doch, dass viele Menschen nicht komplett auf das Auto verzichten können. Und wenn ich schon mal ein Auto in der Garage habe, dann fahre ich damit auch günstiger, schneller und zuverlässiger von A nach B als mit dem ÖPNV."