Letztes Derby für die Torhüter

Heute um 19 Uhr wird das Köllertal-Derby angepfiffen. Sportlich hat das Duell zwischen Riegelsberg und Köllerbach kaum mehr einen Wert. Der Reiz steckt in der Rivalität – und einigen Randaspekten.

Auf dem Papier ist das Köllertal-Derby in der Fußball-Saarlandliga zwischen dem 1. FC Riegelsberg und den Sportfreunden Köllerbach heute um 19 Uhr keine besonders spannende Angelegenheit. Gastgeber Riegelsberg ist abgeschlagenes Tabellenschlusslicht. Der Klassenverbleib scheint für den Aufsteiger bei sieben Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz kaum noch machbar zu sein. Köllerbach war vor der Saison Topfavorit auf den Meister-Titel. Doch die Sportfreunde , denen sich gerade der ehemalige Drittliga-Spieler Nico Weißmann bis zum Saisonende angeschlossen hat, haben sich schon lange aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet. Und sie verhehlen kaum, dass sie ihren Fokus auf das Saarlandpokal-Halbfinale gegen den Regionalligisten FC Homburg am 13. April gelegt haben.

Für viele Spieler beider Mannschaften hat das Köllertal-Derby dennoch einen hohen Stellenwert. "Für mich ist das Derby etwas Besonderes. Das war schon immer so", erklärt David Bläs. Der Riegelsberger Schlussmann hat den Glauben an den Klassenverbleib noch nicht verloren. "Sieben Punkte in acht Spielen aufzuholen, ist schwer, aber nicht unmöglich. Niemand in der Mannschaft hat sich mit dem Abstieg schon abgefunden", sagt Bläs, der seit der Jugend für den FC spielt. Er ergänzt: "Wir haben das Hinspiel nicht verloren, warum sollten wir im Rückspiel keine Chance haben?" In der Vorrunde gab es im Derby in Köllerbach ein 0:0.

Matthias Kuhn von den Sportfreunden sieht die Situation im Hinblick auf die Rivalität ähnlich. "Die Partie gegen Riegelsberg ist unser einziges Derby in der Saarlandliga. Zwischen den beiden Sportplätzen liegen nur ein paar hundert Meter Luftlinie. Selbstverständlich hat so ein Spiel eine gewisse Brisanz", sagt der Köllerbacher Schlussmann.

Beide Torhüter haben gemeinsam, dass sie mit dem Saisonverlauf für ihre Mannschaften nicht zufrieden sein können. "Unser Kader ist zu klein und zu unerfahren. Wenn bei uns nicht ein Rädchen perfekt ins andere greift, stehen wir sofort vor Problemen", erklärt Bläs. Er ergänzt: "Wir sind in der vergangenen Saison nur in die Saarlandliga aufgestiegen, weil der SV Klarenthal abgemeldet hat. Vielleicht war es im Nachhinein ein Jahr zu früh für uns." Kuhn sagt: "Wir wollten ganz vorne mitspielen, haben es aber viel zu selten geschafft, das auch über 90 Minuten auf dem Platz zu zeigen."

Bläs und Kuhn haben zudem gemein, dass sie sich im Hinblick auf die kommende Saison sportliche Veränderungen gesucht haben. Kuhn wechselt zum Liga-Konkurrenten SC Friedrichsthal. Er erklärt: "Das hat vor allem familiäre Gründe. Ich werde im August Vater. Meine Anfahrt aus Limbach nach Köllerbach dauert 40 Minuten. Das will ich nicht viermal die Woche auf mich nehmen." Daneben führt er sportliche Gründe an: "Ich freue mich in Friedrichsthal auf die Zusammenarbeit mit Dieter Ferner und Andreas Fellhauer. Ich will einer jungen Mannschaft etwas von meiner Erfahrung mitgeben", sagt der 28-Jährige.

Bläs wird dem 1. FC Riegelsberg erhalten bleiben - in der Reserve-Mannschaft. "Dennis Kirstner und ich trainieren in der kommenden Saison unsere zweite Mannschaft in der Bezirksliga. Dort werde ich dann auch im Tor stehen. Hendrik Wagner wird der Torwart der ersten Mannschaft", sagt der 26-Jährige. Axel Kleinfeld, der die FC-Reserve trainiert, wird Nachfolger von Stefan Urnau, der bei der ersten Mannschaft nach der Saison aufhören wird.