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Letzte Ruhe in einer Urne unter Bäumen

Letzte Ruhe in einer Urne unter Bäumen

Erste Baumbestattungen auf dem Riegelsberger Friedhof könnten bald kommen. Unter anderem mit Rücksicht auf die Kirche wurde die Möglichkeit von Bestattungen in einem eigenständigen Friedwald von der Mehrheit im Gemeinderat nicht in Betracht gezogen.

Auf dem Riegelsberger Waldfriedhof soll es so bald wie möglich auch Baumbestattung geben. Die Idee dazu hatte die Riegelsberger SPD im Gemeinderat angeregt. Mit Unterstützung der CDU wurden für die Umsetzung der Idee 10 000 Euro in den Haushalt 2016 eingestellt.

Wie von uns bereits kurz gemeldet, hatten SPD und CDU dieser Investition mit ihrer Stimmenmehrheit in den Haushaltsberatungen und im Gemeinderat zugestimmt, während die Linke dagegen war und sich Grüne und FDP enthielten.

Die Baumbestattung - auch Waldbestattung genannt - ist eine noch relativ neue Bestattungsart in Deutschland. Dabei wird die Asche des Verstorbenen in einer Urne im Wurzelbereich eines Baumes beigesetzt. Aufgrund der Nähe zur Natur, aber auch wegen des Wegfalls der Grabpflege, entscheiden sich immer mehr Menschen für diese Bestattungsart. In Deutschland gibt es mittlerweile einige Dutzend Waldfriedhöfe (auch Ruheforst oder Friedwald genannt) mit unterschiedlichen Möglichkeiten, wie Familien- oder Freundschaftsbäumen.

Die Baumbestattung wird aber auch auf immer mehr Friedhöfen möglich. Diese bieten auf so genannten Baumfeldern ebenfalls eine Beisetzung der Urne im Wurzelbereich an.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat, Ingbert Horn, sagte, dass der Bedarf an dieser Bestattungsart aus der Bevölkerung an die SPD herangetragen worden sei und aufgegriffen werden müsse.

Lanze für Friedwald gebrochen

In einem ersten Schritt wird nun ein Grabfeld auf dem Waldfriedhof ausgewiesen, auf dem Baumbestattungen möglich sind.

Stephan Lehberger (Grüne) lehnt diese Bestattungsart zwar nicht ab, er ist aber der Ansicht, dass die Bestattung in einem Friedwald - wie etwa im nahen Steinbachtal - viel attraktiver sei. "Man sollte jetzt keine Alternative dazu schaffen, die nicht so attraktiv wie der Friedwald ist", so Lehberger.

Ingbert Horn erklärte dazu, dass die katholische Kirchengemeinde St. Josef einer Bestattung in einem Friedwald nicht zustimmen würde. Deshalb wolle man eine Baumbestattung auf dem Friedhof anbieten, dort würde die katholische Kirchengemeinde St. Josef bei einer Trauerfeier auch geistlichen Beistand gewähren. Stephan Lehberger fand das nicht in Ordnung: "Pastor Werle wird nicht ewig in Riegelsberg tätig sein, und wir sollten uns auch nicht davon abhängig machen, was er will oder nicht."