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Leerstände in Riegelsberg bereiten Bürgermeister große Sorgen

Leerstände in Riegelsberg : Die Sorgenkinder des Bürgermeisters

Vor allem die Schließung des Burger-Restaurants am Riegelsberger Markt macht Klaus Häusle Kummer.

In seinen Italien-Urlaub hat Bürgermeister Klaus Häusle (SPD) ungelöste Fragen mitgenommen. Größtes Problem ist der Leerstand im so genannten Stadtbalkon. In dem markanten Gebäude am frisch sanierten Marktplatz hatte nach den Sommerferien 2017 das Restaurant „RiegelsBurger“ eröffnet. Doch nach rund zehn Monaten war Schluss, seit Mitte Juni kocht nur noch die Gerüchteküche (die Saarbrücker Zeitung berichtete).

Zu den Gründen der Schließung will keiner so recht mit der Sprache rausrücken, auch der Rathauschef nicht. Klar ist: Gerade für ihn ist die jüngste Entwicklung ein Schlag in die Magengrube. Die Marktplatz-Neugestaltung ist sein „Kind“ und das Aus für das „Leuchtturmprojekt“ Stadtbalkon für ihn schlicht eine Katastrophe. Im Mai kommenden Jahres will Häusle als Bürgermeister bestätigt werden. Und da sollte der Leerstand beseitigt sein, wenn der Wahlkampf ins Rollen kommt. In Zusammenarbeit mit dem Riegelsberger Bauunternehmer Josef Grassia, der nach eigenen Worten rund 300 000 Euro in den Bau des Hauses investiert hat, will Häusle eine Lösung finden. „Es wäre schön, wenn das bis Herbst geregelt wäre“, sagt der Bürgermeister. Naheliegend sei eine weitere gastronomische Nutzung.

Auch am Stumpen beschäftigt Häusle ein Leerstand. Nach fast 40 Jahren schloss die Metzgerei Kessel am 3. März. Dem Bürgermeister gelang es, die Metzgerei Reuber an Land zu ziehen. Die kam zweimal die Woche mit einem Verkaufswagen vorbei, bot Wurst- und Fleischwaren an. „Das Geschäft lief prima, die Kunden standen Schlange“, berichtet Häusle. Doch das Glück währte nicht lange. Ein-, zweimal sei der Wagen ohne Absprache ferngeblieben, sagt der Verwaltungschef. Dann habe es geheißen, die Metzgerei Reuber stelle ihre Tätigkeit am Stumpen „aus betrieblichen Gründen“ ein. Auch in diesem Fall fahndet Häusle nach einer Nachfolgeregelung. Keine einfache Aufgabe.

 Der Riegelsberger Bürgermeister Klaus Häusle.
Der Riegelsberger Bürgermeister Klaus Häusle. Foto: Fred Kiefer

Nicht glatt läuft es auch beim geplanten Pflegeheim in der Talstraße. Nachdem die Pläne dafür auf dem Tisch lagen, beschwerten sich Anwohner, das neue Gebäude sei doppelt so wuchtig wie Häuser in der Nachbarschaft. Der Investor reagierte, dampfte die Pläne ein. Und dann zog er sich zurück. Ein anderer Geldgeber sprang in die Bresche. Häusle sagt: „Ich gehe davon aus, dass das Pflegeheim in der Talstraße gebaut wird.“ Der Bürgermeister fragte beim Investor nach und übermittelte der SZ dessen Antwort: Baubeginn solle in diesem August sein, gerechnet werde mit einer Bauzeit von 16 bis 17 Monaten.