Kurzer Flug statt langer Fahrt

Riegelsberg. Kurt Huwig aus Riegelsberg hat ein großes Herz für Kinder - und hat deshalb das Projekt "Himmelsstürmer" initiiert. Dieses Projekt ermöglicht es, schwerkranke Kinder in weniger als vier Stunden zu jedem der über 160 deutschen Flughäfen zu fliegen

Riegelsberg. Kurt Huwig aus Riegelsberg hat ein großes Herz für Kinder - und hat deshalb das Projekt "Himmelsstürmer" initiiert. Dieses Projekt ermöglicht es, schwerkranke Kinder in weniger als vier Stunden zu jedem der über 160 deutschen Flughäfen zu fliegen. "Die Idee der Himmelsstürmer ist es, Kindern das Leben zu erleichtern, indem lange Autofahrten durch Flüge ersetzt werden", erklärt Huwig. Für die Familien sind die Flüge kostenlos.Kurt Huwig ist 40 Jahre alt, verheiratet, hat drei Kinder und ist im Cloud-Team der Telekom als "Cloud Architect" beschäftigt. Er ist der Sohn von Kurt Huwig senior - Druckereibesitzer in Riegelsberg - und Hannelore "Lorchen" Huwig, Vizepräsidentin der Riegelsberger Karnevalsgesellschaft "Mir bleiwe so". Vor elf Jahren entdeckte Kurt Huwig junior seine Leidenschaft fürs Fliegen. "Als Fallschirmjäger bei der Bundeswehr war ich schon immer an allem interessiert, was mit Fliegen zu tun hat. Zusammen mit einem Arbeitskollegen habe ich dann innerhalb von fünf Monaten den Flugschein gemacht", erzählt er.

Huwig ist berechtigt, einmotorige Kolbenmotormaschinen, Reisemotorsegler sowie Ultraleichtflugzeuge bei Sichtflugbedingungen zu fliegen. "Ich habe bisher über 180 Stunden als verantwortlicher Luftfahrzeugführer mit über 280 Landungen geflogen. Alles bisher ohne Schaden an Mensch oder Maschine, was auch so bleiben soll", berichtet Huwig.

Vor einigen Jahren erfuhr er vom Pilotennetzwerk "Flying Hope", das kostenlose Flüge für Kinder vermittelt, die aufgrund ihres körperlichen, geistigen oder seelischen Zustandes auf die Hilfe anderer angewiesen sind und selbst nicht die notwendigen finanziellen Mittel haben. "Das gab den Anstoß für mein Projekt ,Himmelsstürmer'. Der Unterschied zu ,Flying Hope' ist allerdings, dass dort die Piloten sämtliche Kosten des Fluges tragen müssen, wofür es verschiedene rechtliche Gründe gibt. Dies halte ich persönlich auf längere Zeit für nicht tragbar, da die Flüge nicht gerade günstig sind", so Huwig.

Deshalb wandte er sich an den Aeronautenclub Don Bosco (ADB), der bereit war, Huwigs Projekt zu unterstützen. "Aufgrund anderer Voraussetzungen ist Don Bosco in der Lage, zweckgebundene Spenden entgegenzunehmen, die die Piloten bei den Flügen finanziell entlasten. Hier sehe ich eher die Chance auf Nachhaltigkeit. Ob dies auf Dauer funktioniert, wird allerdings erst die Zeit zeigen", so Huwig.

An das Projekt "Himmelsstürmer" kann sich jeder wenden, bei dem ein Flug eine deutliche Reiseerleichterung bedeutet. "Hierbei wurde zuerst an die vom Kinderhospizdienst betreuten Familien gedacht, wobei ich natürlich niemanden ausschließen möchte. Ich arbeite darauf hin, dass wir einen von Don Bosco getrennten Beirat haben, der entscheidet, wer in den Genuss der Flüge kommt, um Interessenkonflikte von vorneherein auszuschließen", sagt Huwig.

Warum engagiert er sich mit diesem Projekt? "Ich habe selbst Kinder, und das Projekt ,Flying Hope' hat mich sehr berührt, so dass ich selbst in dem Bereich tätig werden wollte. Da ich ein finanzielles Problem gesehen habe, habe ich herumtelefoniert, ob es hier nicht eine andere rechtlich saubere Möglichkeit gibt, solche Flüge durchzuführen", erklärt Kurt Huwig.

Auf einen Blick

Der Aeronautenclub Don Bosco (ADB) ist ein gemeinnütziger Luftsportverein mit dem Zweck der Förderung des Luftsportes. Sitz ist der Verkehrslandeplatz Düren. Der ADB hat etwa 50 Mitglieder mit 30 aktiven Piloten. Das Projekt "Himmelsstürmer" ist auf Spenden angewiesen.

Weitere Informationen: Kurt Huwig, Tel. (01 79) 2 99 51 35. dg