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Künstlern über die Schulter schauen

Künstlern über die Schulter schauen

Evelyn und Bernd Geiter stellen derzeit in der Riegelsberger Rathausgalerie aus. Bei den „Tagen der bildenden Kunst“ standen sie Besuchern Rede und Antwort. Kunstinteressierte nahmen das Angebot gern an.

Christel Alt besuchte am vergangenen Sonntag zuerst das "Kunst AtelierMo" der Riegelsberger Künstlerin Brigitte Weiand. Lieselotte Georg schaute am frühen Sonntagnachmittag bei ihrem Nachbarn Werner Bärmann in dessen Bildhauer-Atelier. Gemeinsam besuchten die beiden kunstinteressierten Riegelsbergerinnen am Nachmittag dann die Rathausgalerie, in der Evelyn und Bernd Geiter ihre Ausstellung "Bildhauer & Maler" zeigen. Anlass ihrer "Tour de Kultur" waren "die Tage der bildenden Kunst", an denen zahlreiche Kunstschaffende aus Saarbrücken und Umgebung ihre Ateliers, Galerien und Ausstellungsorte öffneten und ihre aktuellen Werke präsentierten.

Erstmalig beteiligte sich in diesem Jahr auch die Gemeinde Riegelsberg an der Veranstaltung und lud alle Bürger in ihre Rathausgalerie ein.

"Wir schauen uns gerne an, was heimische Künstler machen", erklärte Lieselotte Georg ihre Motivation, gleich drei offene Kunstausstellungen zu besuchen. "Man bekommt einen anderen Blickwinkel auf die Künstler und ihre Arbeiten, wenn man sie an ihrer Wirkungsstätte besucht", ergänzte Christel Alt, die selbst vor vielen Jahren einen Malkurs bei Brigitte Weiand absolviert hatte. "Man sieht Fertiges und Halbfertiges, sieht wie der Künstler arbeitet, bekommt einen Eindruck von dem Menschen, der die Bilder oder Skulpturen anfertigt."

Noch ein weiterer wichtiger Aspekt für die beiden Freundinnen: "Man kann den Künstler auch direkt ansprechen und befragen." Und davon machten die beiden in der Rathausgalerie dann auch kräftig Gebrauch. "Woher beziehen Sie die Steine für ihre Skulpturen ?" "Warum haben ihre expressionistischen Skulpturen keine Gesichter?" Wie kommt es, dass der Poseidon so durchsichtig ist?" Evelyn und Bernd Geiter freuten sich über die interessiert nachhakenden Besucherinnen.

"Unsere Steine beziehen wir von einem Händler aus Antwerpen, der einmal im Jahr aus Afrika Serpentinite importiert. Wenn wir da nicht rechtzeitig vorbeischauen, sind die schönsten Stücke weg. Unsere Frauenfiguren haben wir bewusst figurbetont gearbeitet. Wir zeigen weibliche Attribute und geben den Figuren damit Gelegenheit, sich so zu zeigen, wie sie sind: gleichberechtigt zum Mann und trotzdem weiblich. Die Durchsichtigkeit des Poseidons haben wir durch eine Mischung aus Polyester und Glasfasern erreicht. Die Ketten haben wir übrigens alle selbst gefertigt, rund 3600 Stahlringe haben wir hierfür selbst geschweißt."

Lieselotte Georg und Christel Alt waren beeindruckt. "Unser Kunstspaziergang durch die drei teilnehmenden Ateliers hat sich gelohnt", sagten beide übereinstimmend. "Wir haben ganz viel Neues gesehen und viele Anregungen erhalten."