Kritik an grünen Kita-Plänen für Riegelsberg

Kita im Gisorsviertel? : Kritik am möglichen Kita-Standort

Bleibt es ein Platz für Kinder – oder wird es ein Haus für Kinder? Anwohner zeigen sich wenig begeistert von der Überlegung, im Gisorsviertel auf ein Freigelände mit Bolzplatz eine Kita zu bauen. – Und Fledermäuse soll es dort auch geben.

In Riegelsberg fehlen Kindergartenplätze. Eine Erweiterung einer bestehenden Kita oder ein Kita-Neubau sollen dieses Problem lösen (die SZ berichtete). Während Bürgermeister Klaus Häusle (SPD) für die Erweiterung plädiert, brachten die Grünen unlängst einen Kita-Neubau im Gisorsviertel ins Gespräch. Dort verfüge die Gemeinde über ein Grundstück mit entsprechendem Baurecht, sagte Hans-Jürgen Marowsky (Grüne).

Doch gegen diese Pläne protestieren jetzt Anwohner des Gisorsviertels. Das in Frage kommende Gelände sei ein Stück Natur, das nicht zerstört werden dürfe, sagen etwa Anette und Jürgen Claeßen. Nicht nur, weil das Gelände von Kindern und Jugendlichen als Bolzplatz genutzt wird und Kinder dort auf einer Seilbahn toben, auch der alte Baumbestand am Straßenrand dürfe nicht zerstört werden. „Vögel brüten in den Bäumen, und es gibt hier Fledermäuse. Dass ausgerechnet Grüne den Vorschlag bringen, dieses Stück Natur einem Betonbau zu opfern, verwundert mich sehr“, so Jürgen Claeßen. Er habe auch erfahren, dass der Gemeinderat in seiner Sitzung am 29. Oktober über die Pläne entscheiden werde. Claeßen vermutet, dass in der Ratssitzung die SPD für eine Erweiterung der Kita St. Elisabeth plädiere, dagegen CDU, Grüne und Linke einen Neubau fordern würden – auch wenn das vermutlich teurer sei, als eine Kita-Erweiterung, so Claeßen.

Die Anwohner würden jedenfalls zu der Gemeinderatssitzung kommen und gegebenenfalls ihren Protest kundtun. „Der Großteil der Bewohner des Gisorsviertels wird aufschreien, wenn die Gemeinde den Bolzplatz opfert“, ist Jürgen Claeßen überzeugt.

An diesem Donnerstag, 18. Oktober, will Jürgen Claeßen die Anwohner des Gisorviertels zusammentrommeln und auf die nächsten Protestaktionen einschwören. Wer dabei sein wolle, der könne sich bei ihm über Ort und Zeitpunkt des Treffens informieren.

Infos zum Treffen bei Jürgen Claeßen unter Tel. (01 76) 96 03 86 19.