Mit der Walpershofer Kleintieroase geht’s langsamer voran als gewünscht Kleintieroase – da braucht’s langen Atem

Walpershofen · Eine private 1000-Euro-Spende für den Kleintierzuchtverein Walpershofen soll dessen Projekt zum Schutz bedrohter Kleintierrassen ankurbeln. Denn die Sache mit der öffentlichen Kleintieroase dauert länger als gedacht.

 Knuffeligkeit schützt nicht immer: Angorakaninchen gehören zu den bedrohten Kleintierrassen. Die vom Kleintierzuchtverein Walpershofen geplante Kleintieroase soll sich dem Erhalt bedrohter Arten widmen. Allerdings dauert die Realisierung länger als gewünscht. Im Riegelsberger Haushalt 2018 könnten Gelder für das Projekt fließen.

Knuffeligkeit schützt nicht immer: Angorakaninchen gehören zu den bedrohten Kleintierrassen. Die vom Kleintierzuchtverein Walpershofen geplante Kleintieroase soll sich dem Erhalt bedrohter Arten widmen. Allerdings dauert die Realisierung länger als gewünscht. Im Riegelsberger Haushalt 2018 könnten Gelder für das Projekt fließen.

Axel Liehn stinkt es. „Wir haben hier in Walpershofen einen Verein, der was für die Menschen und die Tiere und die Natur machen will. Und keiner hilft ihm. Alles soll der Verein alleine machen. Die Gemeinde lässt den Verein total im Stich.“ Liehn meint den Kleintierzuchtverein Walpershofen, der seit zwei Jahren das Projekt „Kleintieroase“ auf den Weg bringen will – schon jetzt wird das Vereinsgelände gerne von Spaziergängern genutzt. Fördergelder des Umweltministeriums sind bereits zugesagt worden, auch die Gemeindeverwaltung will finanziell helfen – indes, geschehen ist bisher noch nichts.

Wenig Hilfe erfährt der Verein auch bei seinem Hauptproblem: Immer wieder brechen Äste an den alten Weiden und Pappeln ab, manchmal stürzen Bäume um und schlagen Löcher in die Zäune der Zuchtanlagen. Die Gemeinde hilft  bei der Beseitigung der umgestürzten Bäume, doch die Zäune muss der Verein  wieder selbst aufbauen.

Nicht nur deshalb macht sich der Transportunternehmer Axel Liehn für eine Unterstützung stark und spendete 1000 Euro aus seiner Privatkasse. Albert Reinert, der Vorsitzende des Kleintierzuchtvereins, war baff: „Damit hätten wir überhaupt nicht gerechnet, dass uns jemand aus dem Dorf so hilft.“  Liehn hofft, dass seine Aktion eine Initialzündung auslöst: „Es muss ja nicht gleich jeder so viel spenden. Aber vielleicht fühlen sich jetzt einige berufen, 10 oder 20 Euro zu spenden oder Mitglied im Verein zu werden.“

Liehn wohnt selbst in Walpershofen und genießt bei Spaziergängen mit seinem Hund die Idylle des Kleintiergeländes: „Der Verein hat hier eine Oase der Ruhe geschaffen und schon so viel Geld und Eigenleistungen investiert. Jetzt müssen doch mal Nägel mit Köpfen gemacht werden, damit es weiter geht.“ Der Kleintierzuchtverein will in einem ersten Schritt vier Kleingehege für Kaninchen und Hühner bauen. Später sollen Ställe mit Volieren, ein Gitterstabzaun und zwei Großgehege für Wassergeflügel dazu kommen. In Verbindung mit einer überdachten Ausstellungsfläche, dem Züch­terheim mit überdachter Sitzfläche, einem Teich, einer Grillfläche und einem Parkplatz soll sich das Vereinsgelände zu einer „Kleintieroase“ entwickeln, die auch für die Bevölkerung attraktiv ist. Das Projekt soll zudem in das Großprojekt „Naturnahes Köllertal“ integriert werden.

Dass noch nichts passiert ist, habe drei Gründe, wie der Vereinsvorsitzende Albert Reinert erzählt: „Das Hauptproblem ist die Interkommunale Zusammenarbeit. Es heißt immer, zuerst müssen mal die beteiligten Gemeinden zusammen kommen, dann können auch die Gelder fließen.“

Sprich: Die Unterstützung vom Land gibt es für das Projekt „Naturnahes Köllertal“, diese Unterstützung ist aber daran gekoppel, dass es ein die betreffenden Kommunen übergreifendes Projekt ist. Über das „Naturnahe Köllertal“ kann dann auch die geplante Walpershofer Kleintieroase von der Landesunterstützung profitieren.

Auch bei der Planung gibt es ein Problem: Bürgermeister Klaus Häusle, so Reinert, habe ihm erklärt, es müsse eine Satzung erarbeitet werden, und weil das Vereinsgelände, auf dem gebaut werden soll, außerhalb des gültigen Bebauungsplans liegt, müsse dieser Bebauungsplan erweitert werden. Doch Reinert betont: „Wir als Verein können die Kosten für die Erweiterung des Bebauungsplans nicht übernehmen. Das muss die Gemeinde tun.“ Nach der Sommerpause sollen die Stadt- und Gemeinderäte der drei Kommunen die Satzung beschließen.

Die Satzung wird vier Wochen lang offen gelegt, anschließend können die Aufträge vergeben werden. Die Rahmenplanung der Projekte sei im Herbst fertig, und für 2018 sollen dann Gelder in den Haushalt eingestellt werden. Albert Reinert und seine Vereinsmitglieder hoffen, dass diese Planung aufgeht. „Es gibt nämlich schon viel Frust. Einige im Vorstand wollen aufgeben.“