Kaufland investiert eine Million Euro

Kaufland investiert eine Million Euro

Einkaufsmarkt an der Grenze von Riegelsberg zu Heusweiler präsentiert sich in neuem Gewand. Seit Mittwoch ist wieder geöffnet.

Mit einem "Herzlich Willkommen" auf einem großen, aufblasbaren Eingangstor werden derzeit die Kunden im Kaufland in Riegelsberg begrüßt. Nach umfangreichen Renovierungs- und Umbauarbeiten präsentiert sich der Markt, am Ortsausgang Richtung Heusweiler gelegen, in einem neuen Gewand. Schon viel länger, erinnert Hausleiter Helmut Balzer, gibt es an dieser Stelle einen Einkaufsmarkt: In den 1970er Jahren hatte sich hier der "Basar" angesiedelt, bis das Haus im Jahr 1992 von der Warenhauskette Real übernommen worden war.

Seit 2009 wird der Markt von Kaufland betrieben. Damals, erinnert sich Balzer, wurden auch die Leergutautomaten eingebaut. "Das ist wie mit einem Fernsehgerät: Wenn Sie das heute kaufen, gibt es morgen schon modernere", sagt er zum Beginn eines kleinen Rundgangs. Beim Umbau wurde auch bei den Leergutautomaten nachgerüstet: "Wir haben jetzt vier statt drei Automaten, die zudem sehr viel schneller arbeiten", erklärt der Hausleiter. Bei der Umrüstung auf die neuen Pfandautomaten, sagt Balzer, ist die stolze Summe von 360 000 Euro investiert worden. Insgesamt blicke man seit Beginn der Modernisierungs- und Umbaumaßnahmen nach Ostern auf ein Investitionsvolumen von rund einer Million Euro.

Geschlossen hatte Kaufland Riegelsberg lediglich an zwei Tagen, ein Tag, sagt Verkaufsleiter Manfred Huber, habe man in Workshops das Personal auf die verschiedenen Neuerungen vorbereitet. "Alle anderen Arbeiten wurden nach Ladenschluss erledigt, eine Beeinträchtigung der Kundschaft wurde so vermieden", sagt er.

Ansprechend kommt die Obst- und Gemüseabteilung daher. Balzer: "Die Preisschilder sind jetzt elektronisch, die Mitarbeiter können ohne viele Laufwege die aktuellen Preise auf die Schilder programmieren." Laufwege ersparen aber auch die neuen Kundenleitschilder, die zusammen mit der entsprechenden Farbgebung an den Wänden die unterschiedlichen Warengruppen signalisieren. Die seien jetzt, durch deutlich kürzere Regale, auch gut sichtbar. Wegen der dadurch insgesamt geringeren Regalfläche habe man aber auch das Sortiment ein wenig verringert.

Doch freie Gänge seien "oberstes Gebot" betont Balzer - beim Rundgang steht dann tatsächlich nur die Besuchergruppe aus der Kommunalpolitik den Kunden im Weg.

Bei den angebotenen Waren wolle man künftig mehr auf regionale Produkte aus dem Saarland setzen, erklärt der Hausleiter. Zudem können die Kunden nun, dank neuer Technik, im gesamten 3800 Meter großen Markt Smartphone oder Handy nutzen. Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: Kaufland hätte den Riegelsberger Markt gerne vergrößert, um eine "Fleisch-Bedientheke" anbieten zu können, doch für eine Erweiterung gab es keine Genehmigung. Balzer machte keinen Hehl daraus, dass die fehlende Fleischtheke ein echtes Manko von Kaufland am Standort Riegelsberg sei, doch: "Wir geben nicht auf, vielleicht können wir eine Theke auch im Bestand realisieren."

Die Gemeinde Riegelsberg und der Gemeinderat, so Bürgermeister Klaus Häusle, hätten den Erweiterungsplänen nicht im Weg gestanden, sondern die Landesplanung. Häusle zeigte sich aber erfreut über die große Investition in seiner Gemeinde, komme sie doch den Bürgern zu Gute.

Zum Thema:

Am 28. April 2008 schloss der Real-Markt in Riegelsberg. Nachdem Real 2007 den Rückzug angekündigt hatte, war zunächst unklar, was aus den Mitarbeitern und dem Gebäude wird. Schließlich hatte Kaufland den Markt übernommen, einschließlich der damals über 70 Real-Mitarbeiter. Am 23. Juli 2009 war Eröffnung. Wie heute Kaufland wegen des Landesentwicklungsplanes nicht erweitern kann, so war der Plan schon 2007 der Grund gewesen, dass Real, nach vergeblichen Anläufen, das Haus zu erweitern, den Bettel hingeschmissen hatte. Die Idee hinter dem Plan ist zum einen, dass innerörtliche (Bau)-Lücken geschlossen werden, statt Ortsränder in die Landschaft wuchern zu lassen, zum anderen soll verhindert werden, dass Kommunen "zusammenwachsen". Ob das im Falle von Riegelsberg und Heusweiler einen Sinn macht, ist wieder eine ganz andere Frage. Kaufland ist ein Schwesterunternehmen von Lidl unter dem Dach der Schwarz-Gruppe. Kaufland hat, nach eigenen Angaben, über 1200 Filialen, über 650 davon in Deutschland, die anderen in sechs weiteren europäischen Ländern; zudem hat das Unternehmen (insgesamt mehr als 150 000 Mitarbeiter) Logistik-Verteilzentren und Fleischbetriebe. (mr)