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"Jochems Kneipe" von Inhaber Jochem Franken feiert den 40. Geburtstag

Jochems Kneipe wird 40 : Eine saarländische Größe der Live-Musik feiert Geburtstag

In „Jochems Kneipe“ spielen seit vier Jahrzehnten Musiker aus aller Welt. Inhaber Jochem Franken brachte schon so manchen Star auf die kleine Bühne.

Das muss ihm erst einmal jemand nachmachen: Im März vor 40 Jahren gründete Jochem Franken, heute 64 Jahre alt, sein Lokal „Jochems Kneipe“. Von Anfang an stand die Musik im Fokus. Nicht die Musik aus der Konserve, nein, Live-Musik auf der Bühne. Franken hatte in den verstrichenen vier Jahrzehnten illustre Stars zu Gast. Tony Sheridan, den „fünften Beatle“), Pete Wyoming Bender, Joy Fleming, „Die toten Hosen“, Detlev Schönauer (als ihn noch kaum einer kannte) oder „Wishbone Ash“.

Heute ist „Jochems Kneipe“ die nach Frankens Angaben älteste Livemusik-Kneipe im Saarland. Grund genug, ausgiebig zu feiern. Einen ganzen Monat lang wurde das Jubiläum gewürdigt, die Musikkneipe machte ihrem Ruf alle Ehre.

Den Konzertreigen eröffnete Anfang des Monats Michael Marx mit der Präsentation seiner neuen CD „Spätlese“. Dies war das einzige Kneipenkonzert, das Marx spielte, seinem Freund Jochem zuliebe.

„40 Jahre North Sea Gas“ hieß es am vergangenen Freitag. Das Konzert der schottischen Band in Riegelsberg war gleichzeitig der Auftakt ihrer Deutschlandtournee mit dem vielsagenden Titel „Voice of Scotland“. In Jochems Kneipe lieferten Dave Gilfillan, Grant Simpson und Ronnie McDonald mitreißende Songs, die die Unabhängigkeitskämpfe gegen England genauso besingen wie die Liebe zu den Frauen, zum Whisky und zu den Highlands im Norden des Landes. Ein hinreißender Abend auch für Christine Engel aus Dillingen und Bertin Hoy aus Spichern. Sie lieben die Schotten und ihre Musik.

Die weiteste Anreise hatte allerdings ein Ehepaar aus den Niederlanden, das im Internet auf das Konzert aufmerksam geworden war und die Band auf keinen Fall versäumen wollte.

Unterstützt wurden die echten Schotten von einer Formation namens Saarschotten. Das sind,  mit Dudelsack, Trommel und Fiddle ausgerüstet, Michael Kopp, Steffen Eidner und Horst Kroll.

Am Dienstag, 30. April, enden die Jubiläumskonzerte mit dem Auftritt der Formation „One Of These Nights“. Die Band hat sich den Eagles verschrieben, jener legendären US-Band, seit den 1970er-Jahren Weltkarriere machte.

Im März 1979 eröffnete Jochem Franken in der Kirchstraße in Riegelsberg seine erste Kneipe. Das allererste Konzert von mehr als 1000, die noch folgen sollten, lief unter dem Edith-Piaf-Motto „Non, je ne regrette rien“, zu deutsch, „Nein, ich bereue nichts“.

Unterstützt wird Franken, übrigens auch schon seit Jahrzehnten, vom Impresario Michael Mantey, ein früherer Wirtschaftsjournalist, der seinem Leben einen tieferen Sinn geben wollte und seine vorzüglichen Kenntnisse der Musikszene und der sie tragenden Künstler seitdem mit Franken teilt.

Nach dem Start mit Jochems erster Kneipe im ehemaligen Café Neuhaus ging es im Haus Gabriel weiter. Bis 1989 residierte dort der von Franken mitgegründete Kulturverein. Nach dem Haus Gabriel zog Franken, der viele Jahre mit seinem Bruder Axel kooperierte, ins Haus Wacker. Im Jahr 2005 war dort Schluss. Nach einer schöpferischen Pause startete Franken wieder durch. Am Ende eines kürzeren Intermezzos in Heusweiler zogen die Musikfreunde schließlich bis Anfang des Jahres 2018 mit Jochems Kneipe in die Bergstraße. Bis nun endlich auch topografisch der Höhepunkt des Musikgasthauses auf dem Stumpen in Riegelsberg erreicht war.

Axel Rösner, ein Freund der Kunst und Kultur und langjähriger Weggefährte von Franken, vermietete seine Immobilie und machte so den Fortbestand der Gaststätte erst möglich. Viele erinnern sich noch an das Traditionslokal „Zum weißen Rössl“. Genau dort trifft sich die Musikszene seit einem Jahr.