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Jugendbande im Köllertal gefasst
Jeder hat eine zweite Chance verdient

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Eine Serie von Straftaten in Riegelsberg hat die Polizei wochenlang in Atem gehalten. Diese sinnfreien Aktionen haben die Riegelsberger nicht gleich in Angst und Schrecken versetzt. Unverständnis haben sie ausgelöst, Ärger, vielleicht auch Wut. Und vor allem die Frage: Wer tut so etwas? Wer legt einen Brand an der Lindenschule mit 100 000 Euro Schaden? Wer bricht in einen Schreibwaren- und Tabakladen ein und stopft sich die Taschen voll? Wer zertrümmert das Wartehäuschen an einer Saarbahn-Haltestelle? Und so weiter. Von Michael Emmerich

Die Polizei im Köllertal hat diese Woche die Antwort auf all diese Fragen geliefert und drei 14-Jährige aus Riegelsberg als Haupttäter identifiziert. Über 30 Straftaten hat das Trio bereits bei der Polizei gestanden, aber vermutlich noch weitaus mehr verübt.


Wie geht man mit solchen jungen Leuten um? Keine einfach zu beantwortende Frage. In diesem Fall wurden die Täter in Jugendschutzeinrichtungen untergebracht. Dort soll es noch einmal mit Erziehung versucht werden, weil Hoffnung besteht, sie wieder in unsere Gesellschaft eingliedern zu können. Zu milde, diese Maßnahme, mag vielleicht der eine oder andere denken und fordern, solche Leute ins Gefängnis zu schicken. Aber laufen sie hinter Gittern nicht Gefahr, vollends auf die schiefe Bahn zu geraten?

Also: Geben wir diesen jungen Menschen eine zweite Chance, wie sie jeder verdient hat.