Ja was denn nun?

Friedensfest oder Stolpersteine für Kriegs- und NS-Opfer? Oder beides? Oder etwas ganz anderes? Der Riegelsberger Ortsrat berief nun bereits die dritte Kommission zum Thema, mit dem er sich schwer zu tun scheint.

Im März 2013 wurde der Riegelsberger Ortsrat vom Gemeinderat beauftragt, anlässlich "70 Jahre Frieden" am 8. Mai 2015 ein "Friedensfest" auszurichten und für alle Opfer des Naziregimes - also auch für Bürger jüdischen Glaubens - eine würdige Form des Gedenkens zu erarbeiten. Etwa durch das Anbringen von "Stolpersteinen", die an jüdische Bürger erinnern. Doch irgendwie kommen weder Friedensfest noch Stolpersteine in die Pötte. Der Riegelsberger Ortsrat beschäftigte sich am Mittwochabend schon zum fünften Mal mit dem Thema. Beschlossen wurde nur, dass eine Kommission eingesetzt wird, die ein Konzept erarbeiten soll.

Blicken wir zurück: Die Initiativgruppe Hindenburgturm wollte am 8. Mai 2013 - in Erinnerung an den Tag der Kapitulation Nazideutschlands - eine Gedenkfeier am Hindenburgturm ausrichten und eine Tafel im Inneren anbringen, auf der die Namen der im Zweiten Weltkrieg gefallen Riegelsberger Soldaten stehen. Der Ortsrat lehnte jedoch das Programm mehrheitlich ab, weil es "militärisch überdimensioniert" sei. Stattdessen wurde eine Arbeitsgruppe gegründet, die ein neues Programm planen sollte.

Gedenkstätte auf Friedhof

Im Mai 2013 stellte die Linke im Gemeinderat den Antrag, in Erinnerung an die Verbrechen gegen Juden "Stolpersteine" an früheren Wohnorten jüdischer Bürger in Riegelsberg und Walpershofen verlegen zu lassen. Der Gemeinderat war einverstanden, der Riegelsberger Ortsrat jedoch nahm Abstand von den Stolpersteinen. Er beschloss stattdessen, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, die ein Konzept für eine Gedenkfeier erstellen soll, bei der weder Gedenktafeln noch Stolpersteine eine Rolle spielen.

Der Ortsrat verwies darauf, dass es eine Gedenkstätte auf dem Riegelsberger Friedhof gibt, wo aller Opfer beider Weltkriege gedacht wird. Zudem befürchtete man, dass bei Gedenktafeln Personengruppen vergessen werden könnten, die auch unter dem NS-Regime gelitten hatten und verfolgt wurden.

Dann passierte monatelang nichts, ehe der Ortsrat im März 2014 beschloss, dass der neue Ortsrat das Fest planen soll. Jetzt tagte der neue Ortsrat und setzte die mittlerweile dritte Kommission ein. Unter dem Vorsitz von Ortsvorsteher Heiko Walter (CDU ) gehören der Kommission Denis Detzler (CDU ), Harry Görens (SPD ) und Patricia Dillinger (Linke) an. "Die Kommission soll die Rahmenbedingungen für ein Friedensfest festlegen", so Walter. Patricia Dillinger betonte, dass das nicht genug sei, die Kommission solle nicht nur ein Fest vorbereiten, sondern auch Voraussetzungen für das Verlegen der Stolpersteine schaffen.

Kommission erarbeitet Konzept

Auf Vorschlag von Görens und Dillinger sollten auch je ein Vertreter der Initiativgruppe Hindenburgturm und der Initiativgruppe Stolpersteine der Kommission angehören. "Die Kommission beschließt, wie das Konzept aussehen kann und wen man zu den Besprechungen hinzu ziehen soll. Das alles legt die Kommission dem Ortsrat dann zur Beschlussfassung vor", sagte Heiko Walter.