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| 20:51 Uhr

Auf dem Barehill wird Vinyl bespielt
In Riegelsberg wird Vinyl bespielt

Der Gründer von „Barhill Records“, Kai Florian Becker, veröffentlicht hauptsächlich auf Vinyl.
Der Gründer von „Barhill Records“, Kai Florian Becker, veröffentlicht hauptsächlich auf Vinyl. FOTO: Andreas Schlichter
Riegelsberg. „Barhill Records“ ist ein Label aus dem Saarland, das vor allem Vinyl veröffentlicht. Gegründet wurde es 2017 von Kai Florian Becker. Von David Lemm

Schon seit Mitte der 90er Jahre begleitet der saarländische Musikjournalist Kai Florian Becker (Jahrgang 1970) das Musik-Business. Im vergangenen Jahr hat der gebürtige Saarlouiser sein eigenes Indie-Label aus der Taufe gehoben. „Barhill Records“ ist der Name seines Labels. Der Name entstand in Anlehnung an Riegelsberg, wo das Label seinen Sitz hat. Damit bietet er „Künstlerinnen und Künstlern jedweder Couleur eine Chance, ihre Musik veröffentlichen zu können.“

Becker setzt hauptsächlich auf Vinyl. Wie viele seiner Kollegen hat er die Zeichen der Zeit erkannt: Denn die schwarze Scheibe steht wieder hoch im Kurs – Stichwort „Black is back“. Dennoch veröffentlicht er natürlich auch CDs, Tapes und auf digitalem Wege. Dass Kai Florian Becker bereits vor der ersten Veröffentlichung einen Vertriebsvertrag mit dem renommierten Indie-Vertrieb „Cargo Records“ abschließen konnte, ist ein großer Erfolg für das kleine saarländische Label und garantiert dessen breite Außenwahrnehmung.

Anfang dieses Jahres erschien auf „Barhill Records“ das in Eigenregie aufgenommene Debüt-Album „Debris And Modern Wreckage“ (auf Deutsch: Trümmer und moderne Wrackteile) des Saarbrücker Quintetts „The Yellow King“. Auf dem 40-minütigen Album gibt es mächtig was auf die Ohren. In ihren acht Songs vermischen die ehemaligen Mitglieder von „LLynch“, „Traeos“ und „In The Event Of Fire“ verschiedene „Trümmer“ aus Genres wie Metal, Hardcore und Post/Math-Rock zu einem hörenswerten Musikerlebnis der härteren Gangart – von der Doublebass angetriebene Gitarren untermalen mit sattem Sound den mit düsterer Metal-Verve agierenden Sänger frei nach dem Motto „The king is dead – long live the yellow king!“

Auf dem fünften Album von „Killflavour“ ist die Natur beziehungsweise der Wald der König, wie es der Albumtitel „Forest Mirror“ bereits nahe legt. „Wie ein Kriechgang durchs Unterholz wirken die vier Stücke“, formuliert es der Label-Gründer selbst.

Und tatsächlich erschafft dieses bereits im Jahr 1995 gegründete „sonderbare Darkkraut-Projekt aus Saarbrücken“ psychedelische Klangwelten, die in ihrer unvorhersehbaren Urwüchsigkeit die Waldgeister aus dem Unterholz zu erwecken vermögen.

Dass die naturverbundene Kombo „Killflavor“ das Album, das an Krautrocken-Legenden wie Can, Guru Guru und Ash Ra Tempel erinnert,  allen „Tieren und Umweltschützern“ widmet, könnte auch daran liegen, dass dieses Album live und mit XY-Mikrofonierung in Raummitte aufgenommen und mit analogen Gerätschaften aus dem goldenen Recording-Zeitalter gemastert wurde.

Die Saarbrücker Kombo „CHVOS“ garniert hingegen ihre minimalistischen Klangwelten mit eingängigen Melodien und elektronischen Beats, die irgendwo zwischen Soundtracks und skandinavischem Weltschmerz-Pop pendeln. Auf ihrem meditativen Debüt „MMVXII“ versammeln sie alle ihre bisher erschienen Songs plus zwei unveröffentlichte. Aktuell läuft der Vorverkauf für die „Cannahann“-Single „Echolocation“ (veröffentlicht am 16. März dieses Jahres), die digital geordert werden kann.

Man kann es sich natürlich auch  vor seinem heimischen Plattenteller gemütlich machen – und zwar mit einer ebenfalls auf der Website zu erwerbenden Barhill-Records-Keramiktasse. 

„Cannaham“ veröffentlichen bald ihr zweites Album. 
„Cannaham“ veröffentlichen bald ihr zweites Album.  FOTO: Andreas Weber
„Killflavour“ fühlen sich vor allem der Natur verbunden.
„Killflavour“ fühlen sich vor allem der Natur verbunden. FOTO: Jochen Klose