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In Riegelsberg werden die Kitas knapp: In Riegelsberg werden die Kitas knapp

In Riegelsberg werden die Kitas knapp : In Riegelsberg werden die Kitas knapp

Schon jetzt fehlen Kindergarten- und Krippenplätze. Die Frage ist nun: Neubau, Anbau oder Umbau?

Die Gemeinde Riegelsberg hat ein „Luxusproblem“, wie es Verwaltung und Rat in der Gemeinderatssitzung am Montagabend nannten: In Riegelsberg leben mehr Kinder, als prognostiziert worden war. So hat sich in den drei vergangenen Jahren der Bedarf im Krippenbereich von 95 auf 114 Kinder im Jahr erhöht. Die angestrebte Betreuungsquote von 35 Prozent wird aktuell – mit 28,29 Prozent – deutlich unterschritten. Und die Zahl der Kinder wird in den nächsten Jahren voraussichtlich sogar noch steigen.

SPD und CDU stellten deshalb in der Ratssitzung gemeinsam den Antrag, dass die Verwaltung Maßnahmen prüfen und ergreifen soll, wie man den „Fehlbedarf“ an Regel- und Krippenplätzen decken könne. Der Antrag wurde einstimmig angenommen und Bürgermeister Klaus Häusle (SPD) versprach: „Ziel muss es sein, dass jeder, der einen Regel- oder Krippenplatz benötigt, den bei uns auch bekommt.“ Häusle will nun mehrere Möglichkeiten prüfen lassen, um das Luxusproblem zu lösen. Entweder mit einem Neubau oder einem Anbau oder einem Umbau von gemeindeeigenen Immobilien. „Aber wir müssen auch kurzfristig reagieren. Der Notstand, dass Plätze fehlen, betrifft uns ja jetzt schon“, unterstrich Häusle.

Die Verwaltung will drei Maßnahmen ergreifen: Langfristig sollen drei bis vier Gruppen im Vorschulentwicklungsplan angemeldet werden. Gleichzeitig will man die Varianten Neu-, An- oder Umbau auf ihre Machbarkeit prüfen, und drittens will man eine kurzfristige Lösung des Platzproblems ausarbeiten. Nach der Sommerpause werde man dem Rat die notwendigen Planungsschritte zur Entscheidung vorlegen, sagte Häusle.

Frank Schmidt (SPD) wies auf die Dringlichkeit hin. Er wisse aus Gesprächen mit Betroffenen: „Viele Eltern haben keinen Platz in Riegelsberg bekommen. Sie stehen auf den Wartelisten oder haben ihre Kinder in privaten Einrichtungen in Saarbrücken untergebracht. Das ist sehr schade.“ Aus den Reihen der Ratsfraktionen wurden Vorschläge gemacht, wo man eventuell einen neuen Kindergarten bauen könnte. So brachte Frank Schmidt den Park vor der katholischen Kirche ins Gespräch. „Die Kirche hat sich ja aus der frühkindlichen Erziehung heraus gezogen“, begründete Schmidt seinen Vorschlag.

Stephan Müller-Kattwinkel (CDU) schlug vor, die alte Schule in Walpershofen so umzubauen, dass sie als Kindergarten genutzt werden kann. „Dort kann man vielleicht sogar kurzfristig Gruppen unterbringen“, sagte er. Sein Vorschlag wurde von Melanie Dell (FDP) so kommentiert: „Als ich vor einigen Monaten den Vorschlag alte Schule Walpershofen ins Spiel brachte, wurde ich hier im Rat belächelt.“ Stephan Lehberger (Grüne) nannte den gemeinsamen Antrag von SPD und CDU eine gute Sache. Lehberger hatte aus den Zahlen der Verwaltung die Erkenntnis gezogen, dass es in Pflugscheid eine Überversorgung an Kindergartenplätzen gibt. In Walpershofen sei das Angebot bedarfsgerecht. Die „Lücken“ scheine es in Güchenbach und Buchschachen zu geben. Lehberger. betonte deshalb, dass alle Anstrengungen, die jetzt unternommen werden, nur ein Ziel haben sollten: „Eine zukunftsfähige Lösung kann nur ein Neubau eines Kindergartens sein.“

Die bisher letzte komplett neu gebaute Riegelsberger Kita – im „Kinder und Familienzentrum Ronnertswies“ hinter dem Rathaus – ist noch vergleichsweise jung, die offizielle Eröffnung war am 16. November 2013.