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Hydranten-Suchspiel
Höchstens 300 Meter bis zum Löschwasser

Oft wird der Hydrant an der Pflugscheidschule zugeparkt – hier für uns nachgestellt: Bürgermeister Klaus Häusle hat den Wagen eines Wassermeisters zu Demonstrationszwecken dort abgestellt. Der Hydrant ist kaum noch zu erkennen und wäre von der Feuerwehr im Ernstfall nicht zu gebrauchen.
Oft wird der Hydrant an der Pflugscheidschule zugeparkt – hier für uns nachgestellt: Bürgermeister Klaus Häusle hat den Wagen eines Wassermeisters zu Demonstrationszwecken dort abgestellt. Der Hydrant ist kaum noch zu erkennen und wäre von der Feuerwehr im Ernstfall nicht zu gebrauchen. FOTO: BeckerBredel
Riegelsberg. Allein in Riegelsberg gibt es 700 Hydranten – die manchmal zugeparkt sind, was einen schnellen Zugriff der Feuerwehr verhindert. Von Becker & Bredel

Feuer löscht man (meist) mit Wasser. Das ist eine schlichte Erkenntnis. Doch wo kommt das her? Und ist es immer ausreichend vorhanden? Wir haben uns in Riegelsberg mal ganz genau erklären lassen, wie das 70 Kilometer lange Wasserleitungsnetz der Kommune funktioniert und welche zentrale Rolle die 700 Hydranten allein in Riegelsberg spielen.


„Zu jedem Gebäude im Ort muss es in maximal 300 Metern Entfernung einen Hydranten geben“, sagt Wehrführer Volker Klein und ist froh, dass es gerade in den Wohngebieten und in der Ortsmitte sogar deutlich kürzere Entfernungen bis zum nächsten Hydranten sind. „Wenn sie an einem Werktag einen Feueralarm haben und mit kleiner Mannschaft 300 Meter Leitung legen müssen, sind sie am Limit“, sagt der Chef der Feuerwehr. Das Riegelsberger Leitungsnetz habe da aber keine Lücken. Das Kaufland habe zudem einen eigenen Löschwassertank als Ergänzung. Und in der Nachbargemeinde Heusweiler gibt es, in Hirtel, auch einen Löschteich.

Beim Wort „Hydrant“ denkt man je gerne an die dicken, oft roten, aus dem Boden herausragenden Röhren mit Verschlusskappen, wie man sie aus amerikanischen Filmen kennt. Bei uns sind die Hydranten dagegen meist Wasseranschlüsse, die unter kleinen, runden oder ovalen Metallplatten im Boden versteckt sind. Doch Markierungen zeigen an, wo die Hydranten zu finden sind: Fährt man mit offenen Augen durch den Ort, dann sieht man die rotweißen Hydrantentafeln an jeder zweiten Laterne. Aber nur, wenn man darauf achtet. Die meisten Passanten nehmen die Tafeln nicht wahr. Dabei können sie Leben retten. Sie verraten der Feuerwehr ganz genau, wo der Hydrant zu finden ist und wie stark seine Leitung ist.



Wo Hydranten in Grünflächen liegen, hat sie das Wasserwerk Riegelsberg mit Verbundsteinen eingefasst. „So findet man sie schneller, und sie überwuchern nicht“, sagt Wassermeister Ralf Rosar, der sich ärgert, wenn – wie etwa im Bereich der Tennisplätze – Hydrantenschilder immer wieder durch Vandalismus zerstört werden. „Die Schilder sind wichtig, wenn Schnee liegt. Mit ihrer Hilfe findet man den Hydranten immer sofort.“

Rosar ist auch froh über den Anwohner der Pflugscheidschule, der das Hydrantenschild an seinem Zaun immer wieder von Bewuchs befreit. Er ärgert sich, dass der dazu passende Hydrant aber meistens zugeparkt ist. Das gesetzliche Halteverbot auf Hydranten beachte kaum jemand. „Im Einsatzfall nehmen wir dann den nächsten Hydranten“, sagt Klein, der sich zum Glück an keinen Fall erinnern kann, wo kein Hydrant erreichbar gewesen wäre. Damit das so bleibt, werden alle vier Jahre alle Hydranten gewartet. Zwei Rohrnetz-Inspektoren übernehmen das.

Wassermeister Ralf Rosar an einem Hydranten am Riegelsberger Tennisplatz – die für die Feuerwehr wichtige Hinweistafel dazu wird immer wieder zerstört.
Wassermeister Ralf Rosar an einem Hydranten am Riegelsberger Tennisplatz – die für die Feuerwehr wichtige Hinweistafel dazu wird immer wieder zerstört. FOTO: BeckerBredel
Ein neues Hydrantenschild am Riegelsberger Marktplatz. Es zeigt an, dass eine 100-mm-Leitung zu finden ist, wenn man vom Schild aus 12,3 Meter nach links und dann 8,7 Meter in die Straße hinein geht. Schilder, die auf Hausanschlüsse hinweisen, sind ebenfalls rechteckig, allerdings hochkant und blau mit weißer Schrift.
Ein neues Hydrantenschild am Riegelsberger Marktplatz. Es zeigt an, dass eine 100-mm-Leitung zu finden ist, wenn man vom Schild aus 12,3 Meter nach links und dann 8,7 Meter in die Straße hinein geht. Schilder, die auf Hausanschlüsse hinweisen, sind ebenfalls rechteckig, allerdings hochkant und blau mit weißer Schrift. FOTO: BeckerBredel