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Senf selbstgemacht: Hier gibt jeder seinen Senf dazu

Senf selbstgemacht : Hier gibt jeder seinen Senf dazu

Kursteilnehmer lernen viel über die würzige Paste. Und dann gehen sie selbst ans Werk.

Senf? Kennt jeder, nutzt jeder. Und er schmeckt fast jedem. Rostwurst ohne Senf? Undenkbar. Zuweilen ist die Wurst nur mit Senf genießbar. Von Würsten hat man schon schlimme Sachen gehört, vom Senf nicht.

Jetzt hat Guido Geisen im Wald­erlebniszentrum Neuhaus in Zusammenarbeit mit dem NABU, dem Ministerium für Umwelt- und Naturschutz und dem Saarforst einen interessanten Ausflug in die Welt des Senfs unternommen. Neun Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Region waren dabei, als Senfexperte Geisen zunächst in die Geschichte der leckeren Gewürzpaste einführte.

Senfe (Sinapis) sind eine kleine Pflanzengattung in der Familie der Kreuzblütengewächse, auch Raps gehört zu der Familie. Schon vor rund 3000 Jahren kannten, wer sonst, die Chinesen den Senf. Viel später, so wird kolportiert, trank der Preußenkönig Friedrich II. seinen morgendlichen Kaffee mit einer ordentlichen Portion Senf. „Nun ja, Geschmackssache eben“, sagt eine Teilnehmerin des Kurses.

Viele Menschen würden niemals eine Bockwurst essen (ob nun eine echte oder eine vegane), wenn es den Senf nicht gäbe. Das ist kein Wunder, denn das scharfe Gewürz sorgt für einen leckeren Geschmack und macht fettreiche Speisen besser verträglich. Senf gilt auch als ein uraltes Heilmittel, das noch heute in Form von Wickeln oder Bädern Leiden wie Arthrose, Migräne oder Bronchitis lindern soll, berichtet Geisen. Außerdem mindere Senf, neuesten Studien zufolge, Risiken durch Krankheitserreger und Krebs.

Nach der Theorie und den Anmerkungen zum medizinischen Nutzen von Senf schreiten alle in die Küche des Walderlebniszentrums zur Tat. Schließlich wollen die Teilnehmer lernen, wie Senf hergestellt wird. Das ist eigentlich nicht sonderlich kompliziert.

Grundsätzlich werden Senfkörner (Senfmehl) Essig, Wasser, Salz und Zucker verwendet. Die Vielfalt des Gewürzes macht die Kombination der gewünschten Bestandteile aus: Alle möglichen Zutaten zu den Grundstoffen sind möglich. Man kann etwa Kapern, Weißwein, Äpfel, Sardellen, Pfeffer, Pfirsich, Curry oder Estragon beimischen. Der Klassiker in Europa ist seit dem 13. Jahrhundert der Dijon-Senf – damals hatte Dijon das Monopol auf die Senf-Herstellung.

Auch in der Neuhaus-Scheune klappt’s mit den Mischungen: Zum Ende des Kurses hat jeder Teilnehmer seinen eigenen Senf hergestellt und trägt ihn in einem Töpfchen nach Hause.