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Gewerbepark Walpershofen
„Heilung“ für verletztes Schutzgebiet

Die Luftaufnahme aus dem vorigen Sommer zeigt rechts den „Gewerbepark Betonsteinfabrik Walpershofen“, links davon und getrennt durch die Etzenhofer Straße (L136) die Kläranlage. Unterhalb des Gewerbeparks verläuft der Russenweg, der in diesem Bereich auch die Grenze zwischen Riegelsberger und Püttlinger Bann ist. Unten links sieht man noch ein kleines Stück des Etzenhofer Gewerbegebietes.
Die Luftaufnahme aus dem vorigen Sommer zeigt rechts den „Gewerbepark Betonsteinfabrik Walpershofen“, links davon und getrennt durch die Etzenhofer Straße (L136) die Kläranlage. Unterhalb des Gewerbeparks verläuft der Russenweg, der in diesem Bereich auch die Grenze zwischen Riegelsberger und Püttlinger Bann ist. Unten links sieht man noch ein kleines Stück des Etzenhofer Gewerbegebietes. FOTO: BeckerBredel
Riegelsberg. Bei Arbeiten im Gewerbegebiet auf dem Gelände der ehemaligen Betonsteinfabrik Schäfer wurde ein benachbartes Landschaftsschutzgebiet berührt. Das habe jedoch nichts mit den aktuellen Erweiterungsplänen zu tun, zudem habe der Eigentümer einen Ausgleich zugesagt, hieß es im Riegelsberger Rat. Von Fredy Dittgen

Wo einst das Gelände der Betonsteinfabrik Schäfer war, befindet sich heute der „Gewerbepark Betonsteinfabrik Walpershofen“ – und der Gewerbepark brummt. Geschäftsführer und Eigentümer Jens Funk möchte erweitern und im hinteren Bereich eine neue Halle bauen. So hatte der Riegelsberger Gemeinderat im Oktober einstimmig (bei Enthaltung der Grünen) beschlossen, ein Verfahren einzuleiten, um einen entsprechenden Bebauungsplan aufstellen zu können.


Doch gegen die Erweiterungspläne protestierten im vergangenen Jahr Naturschützer: Der geplante Neubau, so die Befürchtung, rage zum Teil in das Landschaftsschutzgebiet Dörschbachtal hinein. Ja es seien sogar schon erste, widerrechtliche bauliche Eingriffe in das Landschaftsschutzgebiet erfolgt, sagte der Walpershofer Naturschutzbeauftragte Alban Alt in der Oktobersitzung des Rates (die SZ berichtete). Doch: Das Landesamt für Umwelt und Arbeitsschutz habe die Pläne geprüft, der Geltungsbereich des Bebauungsplanes liege nicht im Landschaftsschutzgebiet, erklärte Bürgermeister Klaus Häusle (SPD). Er sagte jedoch auch: „Allerdings konnte man sehen, dass am westlichen Ende, zur Etzenhofer Straße hin, in der Vergangenheit zirka zehn Meter in das Landschaftsschutzgebiet eingegriffen wurde.“ Dieser Eingriff habe aber nichts mit dem jetzigen Bebauungsplan zu tun, betonte der Bürgermeister. „Das waren Altschulden, die bereinigt werden müssen“, so Häusle. Er wies auch darauf hin, dass der endgültige Satzungsbeschluss des Bebauungsplanes erst erfolgen werde, wenn diese Altschulden ausgeglichen seien.

Auch Frank Schmidt (SPD) erklärte, dass der Eingriff in das Landschaftsschutzgebiet nicht hingenommen werden könne und beglichen werden müsse. Werner Hund (CDU), Ortsvorsteher von Walpershofen, berichtet, dass im nichtöffentlichen Teil der vorangegangenen Walpershofer Ortsratssitzung „alle Bedenken des Naturschutzbeauftragten Alban Alt ausgeräumt werden konnten und Jens Funk bestätigt habe, den Eingriff wieder rückgängig zu machen beziehungsweise Ausgleichsmaßnahmen durchzuführen“.



Bürgermeister Häusle hob auch hervor: „Die Betonsteinfabrik hat unter ihrem Geschäftsführer einen unglaublich positive Entwicklung genommen. Herr Funk hat vieles bewegt.“ Seit Funk dort das Sagen hat, hätten sich 50 Firmen angesiedelt, betonte Häusle. Deshalb habe die Untere Bauaufsichtsbehörde beim Regionalverband Saarbrücken gesagt, die Gemeinde soll eine „geordnete Entwicklung erstellen und einen Bebauungsplan aufstellen lassen.“

Letztlich beschloss der Rat einstimmig, den Entwurf des Bebauungsplans zu billigen, zudem – wie üblich – die Pläne öffentlich auslegen zu lassen und die Beteiligung der Behörden und Träger öffentlicher Belange in die Wege zu leiten.