Hat Sparschweinfutter ausgedient?

Kleine Cent-Münzen behalten oder nicht? Die Meinung unter Kunden und Geschäftsleuten war bei unserer Umfrage im Köllertal gespalten. Unterm Strich ließe es sich aber wohl auch ohne Klimpergeld gut leben.

HenrikePeter
Christian Mayer
Martin Maas
Detlef Kemena
ChristinaBarbian
Judith Maas

Die Eurogruppe erwägt aufgrund der hohen Produktionskosten, die Ein- und Zwei-Cent-Münzen aus dem Bargeldverkehr zu ziehen (die SZ berichtete). Wir haben sowohl Geschäftsleute als auch Verbraucher aus dem Köllertal gefragt, wie sie dazu stehen.

"Ich würde die Abschaffung des Klimpergeldes begrüßen", sagt Henrike Peter vom "Blumenhaus Raber" in Heusweiler. "Wir haben in unserem Geschäft kundenfreundliche, runde Beträge und brauchen keine Ein- und Zwei-Cent-Münzen. Die nehmen uns nur Platz in der Kasse weg", so die 30-Jährige.

Ähnlich sieht das Christian Mayer (58), der auf dem Riegelsberger Markt Kleidung verkauft: "Für mich sind die kleinen Cent-Münzen eine Katastrophe. Die machen doch nur den Geldbeutel dick. Und wenn die EU ihr Vorhaben durchsetzt und die Ein- und Zwei-Cent-Münzen abschafft, soll man die Preise nicht auf-, sondern abrunden." Christina Barbian von der "Buchhandlung Balzert" in Püttlingen, hat folgende Meinung zum Vorhaben der EU: "In unserem Laden benötigen wir die Ein- und Zwei-Cent-Stücke, um Kunden das passende Kleingeld herauszugeben. Zur Unterstützung des Kinderhilfswerks können die Kunden das Rückgeld in ein Kässchen hineintun", berichtet die 48-Jährige und beschreibt weiter: "Unsere Preise gehen aber peu à peu von den 99-Cent-Endungen hin zu runden Beträgen."

Angestellter Martin Maas aus Riegelsberg hält die Verbannung der kleinen Centstücke für keine gute Idee: "Ginge es nach mir, könnte man die Einser und Zweier ruhig behalten. Ich schätze, dass durch die Abschaffung viele Preise aufgerundet werden", vermutet der 48-Jährige. Seine Frau Judith Maas (50) stimmt ihm zu: "Wahrscheinlich leiden darunter auch viele gemeinnützige Organisationen, die Spendenkässchen in Geschäften aufstellen und auf das Kleingeld angewiesen sind", so die Angestellte. Mit den vielen Kupfermünzen, die sich im Portemonnaie anhäufen, hat das Ehepaar Maas keine Probleme: "Wir sammeln sie in einer Flasche und sparen so für unseren Urlaubssprit", sagt Judith Maas.

Handelsvertreter Detlef Kemena, der in der Pickardstraße in Püttlingen unterwegs ist, würde die Umsetzung der Kleingeld-Pläne aus Brüssel nicht sonderlich aufregen: "Meinetwegen können die Ein- und Zwei-Cent-Münzen verschwinden, das stört mich nicht. Und eventuelle Preiserhöhungen werden überschaubar bleiben", schildert der 52-Jährige seine Sichtweise und ergänzt augenzwinkernd: "Allerdings werde ich durch die Abschaffung keinen Glücks-Cent mehr haben."