Hallen und Bäder in Riegelsberg machen dickes Minus

Riegelsberg : Hallen und Bäder machen dickes Minus

Einen Verlust von gut einer Million Euro hat der Hallen- und Bäderbetrieb der Gemeinde Riegelsberg im Jahr 2017 eingefahren. Dennoch muss niemand befürchten, dass Hallen oder Bäder geschlossen werden.

Der Hallen- und Bäderbetrieb der Gemeinde Riegelsberg hat das Jahr 2017 mit einem Fehlbetrag von 1 062 527,80 Euro abgeschlossen. Damit lag das Minus um 47 534,62 Euro niedriger als im Jahr 2016. Auch ein guter Sommer habe nichts an diesem Ergebnis ändern können, sagte Bürgermeister Klaus Häusle (SPD) in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Einnahmen in Höhe von 179 283,42 Euro hatten Ausgaben in Höhe von 1 241 811,22 Euro gegenüber gestanden. „Es ist wie alle Jahre davor: der Hallen- und Bäderbetrieb kann nicht kostendeckend arbeiten. Es ist immer ein merklicher Jahresverlust festzustellen“, ergänzte der Bürgermeister. Der Hallen- und Bäderbetrieb habe „eine defizitäre Struktur“, doch das sei allen bewusst, betonte Häusle. Das Hallenbad und das Freibad seien Angebote, die die Gemeinde allen Bürgern, insbesondere den Kindern und Jugendlichen, zur Verfügung stelle, während die Hallen ein Angebot an die Riegelsberger Vereine seien, erklärte der Rathaus-Chef. „Insofern denke ich, dass unsere Verluste verkraftet werden müssen und diese Infrastruktur aufrecht erhalten werden muss.“

Ein paar Zahlen sollten deutlich machen, woher der Gesamtverlust rührt: So hatte die Riegelsberghalle im Jahre 2017 ein Minus von 424 000 Euro eingefahren (im Jahr 2016 betrug das Defizit 378 000 Euro). Bei der Walpershofer Köllertalhalle lag das Minus bei 123 000 Euro (Vorjahr: 139 000 Euro). Im Freibad machte der Eigenbetrieb 297 000 Euro Miese (Vorjahr: 299 000 Euro). Und in der Kleinschwimmhalle lag das Defizit bei 228 000 Euro (Vorjahr: 194 000 Euro).

Alle Fraktionen im Riegelsberger Gemeinderat waren der gleichen Meinung wie der Bürgermeister: Trotz Defiziten werden in Riegelsberg keine Hallen oder Bäder geschlossen. Allerdings kritisierte Stephan Lehberger (Grüne) die Landesregierung: „Dort war die Rede von einem Bäderkonzept. Ich hatte daher gehofft, dass es Zuschüsse aus dem Landesetat für uns geben wird. Aber das war eine Luftnummer, wir müssen die Kosten selber tragen.“

Einstimmig beschloss der Gemeinderat, einen Anteil des Verlustes in Höhe von 876 600,75 Euro aus dem Gemeindehaushalt auszugleichen und den Restbetrag in Höhe von 185 927,05 Euro aus den „allgemeinen Rücklagen“ zu entnehmen. Bei diesen Rücklagen handelt es sich nicht um ein Sparbuch oder um tatsächlich verfügbares Geld, sondern nur um ein buchungstechnisches Verrechnen mit Gemeindeeigentum.

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