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SPD eröffnet Wahlkampf
Häusle soll Rathaus-Chefsessel verteidigen

Bleibt Klaus Häusle Hausherr im Riegelsberger Rathaus? Das entscheidet sich bei der Bürgermeister-Wahl im Mai 2019.
Bleibt Klaus Häusle Hausherr im Riegelsberger Rathaus? Das entscheidet sich bei der Bürgermeister-Wahl im Mai 2019. FOTO: Iris Maurer
Riegelsberg. Die Riegelsberger SPD nominiert den Amtsinhaber für die Bürgermeister-Wahl im Mai 2019 und stellt ihr Wahlkampf-Programm vor. Von Michael Emmerich

Frank Schmidt formulierte klare Ziele: „Wir wollen die Bürgermeister-Wahl gewinnen und stärkste Fraktion im Gemeinderat werden“, sagte der 38-Jährige mit Blick auf den Super-Wahlsonntag am 26. Mai kommenden Jahres. Schmidt steht an der Spitze des SPD-Ortsvereins Riegelsberg und ist Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat. Mit Dominik Blaes (Gemeindeverbandsvorsitzender), Sascha Simon (Ortsvereinsvorsitzender Walpershofen) und der Beigeordneten Monika Rommel präsentierte er den Bürgermeister-Kandidaten seiner Partei.


Der heißt wie erwartet Klaus Häusle, ist 60 Jahre alt und bereits seit 2009 Chef der Verwaltung im Riegelsberger Rathaus. „Die Mitgliederversammlung am 10. August hat Klaus Häusle mit der überwältigenden Mehrheit von 95 Prozent der Stimmen nominiert“, erklärte Schmidt im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung. Häusle zeigte sich erfreut über den starken Rückhalt. Und erleichtert, dass es keine 100 Prozent wurden. Gerade die SPD habe ja schmerzhaft erlebt, was mit Kandidaten passieren kann, die ein solches Traumergebnis einfahren. Martin Schulz lässt grüßen.

Schmidt glaubt an ein Duell um den Rathaus-Chefsessel, rechnet damit, dass auch die CDU einen Kandidaten ins Rennen schickt. Dass die SPD bei der Nominierung vorlegte, sei als Signal zu verstehen: „Wir wollen Druck ausüben auf die anderen Parteien und Fraktionen.“ Auch Blaes sprach von „taktischen Überlegungen“, davon, dass die SPD keinen ewig dauernden Findungsprozess brauche. Weil sie mit Häusle den perfekten Kandidaten habe.



Und mit starken Themen in den Wahlkampf ziehe, wie die SPD-Oberen aus Riegelsberg und Walpershofen meinen. Das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei seiner Partei sehr wichtig, betonte Schmidt. Es gehe darum, die Lücke bei Betreuungsplätzen in den Kitas schnellstmöglich zu schließen. Nachdem die „wilde Ehe“ der SPD mit der CDU in Sachen Zusammenarbeit im Gemeinderat vorbei sei, seien CDU und Linke „auf Schmusekurs“ gegangen und blockierten eine rasche Entscheidung, sagte Schmidt. Tatsache sei, dass vier Kita-Gruppen in der Gemeinde fehlen. Die SPD wolle diese schaffen mit Erweiterungen an der Kita St. Elisabeth am Stumpen und im Kinder- und Familienzentrum Ronnertswies. Dann könnten die aktuellen Übergangslösungen an zwei Standorten auslaufen.

Zudem solle der Kindergarten in der Buchschacher Straße über 2019 hinaus fortgeführt werden. Nach Vorstellung der SPD bis 2026/2027. So lange läuft die Zweckbindung für Fördermittel, die in das Haus flossen. Derzeit werden in der Kita Buchschachen 53 Kinder in drei Gruppen betreut.

Weiteres Ziel der Sozialdemokraten ist, eine echte Ganztagsgrundschule in Riegelsberg einzurichten. Die Lindenschule, eine der drei Grundschulen vor Ort, sei dazu bereit. Es habe auch bereits ein Gespräch mit Schulleiterin Marie Kiefer dazu gegeben, berichtete Schmidt. An der Pflugscheid- und an der Ellerschule bestehe kein Interesse. Die SPD will Eltern zu ihrer Meinung bezüglich einer echten Ganztagsgrundschule befragen und dann eine Infoveranstaltung anbieten.

Schon abgeschlossen ist eine SPD-Fragebogenaktion hinsichtlich der Spielplätze in der Gemeinde, in Riegelsberg und Walpershofen gibt es insgesamt 21. Schmidt zur Auswertung der 203 ausgefüllten Bögen: „Drei Spielplätze werden überwiegend besucht: der in der Walpershofer Dorfmitte am Bach, der am Riegelsberger Stadion und der am Steinhübel nahe der Pflugscheidschule.“ Nun stelle sich die Frage, ob es sinnvoll ist, einige Spielplätze durch Zusatzangebote attraktiver zu machen und andere Anlagen aufzugeben.

Mehr investieren möchte die SPD in die Seniorenarbeit. Mit dem Quartiersprojekt der Arbeiterwohlfahrt gebe es schon ein gutes Angebot, meinte Schmidt. Weitere müssten folgen. Häusle wagte einen Blick in die Zukunft: „In zehn Jahren wird es in der Gemeindeverwaltung zwei Mitarbeiter geben, die sich mit Seniorenarbeit beschäftigen.“ Gegenwärtig sei dieses wichtige Thema „nicht richtig personalisiert“, fügte der Bürgermeister hinzu.

Die SPD Riegelsberg hat Klaus Häusle (Zweiter von links) als Kandidaten für die Bürgermeister-Wahl 2019 nominiert. Mit auf dem Foto, von links: Dominik Blaes, Vorsitzender des SPD-Gemeindeverbandes Riegelsberg/Walpershofen; Katja Simon, stellvertretende Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Walpershofen; und Frank Schmidt, Vorsitzender der SPD Riegelsberg und der Gemeinderatsfraktion.
Die SPD Riegelsberg hat Klaus Häusle (Zweiter von links) als Kandidaten für die Bürgermeister-Wahl 2019 nominiert. Mit auf dem Foto, von links: Dominik Blaes, Vorsitzender des SPD-Gemeindeverbandes Riegelsberg/Walpershofen; Katja Simon, stellvertretende Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Walpershofen; und Frank Schmidt, Vorsitzender der SPD Riegelsberg und der Gemeinderatsfraktion.