Gruppe Kunterbunt macht in Walpershofen Handarbeiten für gute Zwecke

Hilfe durch Handarbeit : Sorgen sind hier frei zum Verzehr

Die Frauen der Walpershofer Gruppe Kunterbunt machen Handarbeiten für gute Zwecke – etwa 600 „Sorgenfresser“.

Mehr als 20 Nähmaschinen rattern im Petrusheim in Riegelsberg-Walpershofen. Dazwischen wird gestrickt, gestickt und gehäkelt. Aktuell sind die knapp 40 Frauen der Gruppe Kunterbunt gerade damit beschäftigt, Mützen, Sorgenfresser (Puppen für Kinder), Kathetertaschen oder OP-Hemden zu nähen – alles ehrenamtlich und immer für einen guten Zweck.

„Wir bekommen viele Anfragen von Krankenhäusern oder sozialen Einrichtungen, denen wir unsere Arbeiten schenken. Wir verkaufen unsere Handarbeit auch auf Weihnachtsmärkten und spenden den gesamten Erlös. In diesem Jahr bekommen der Wünschewagen und die Wärmestube in Saarbrücken wieder etwas von uns“, erzählt Susanne Himbert. Sie war im Jahr 2000 dabei, als die Gruppe Kunterbunt als Untergruppierung des Katholischen Kirchbauvereins in Walpershofen entstanden ist. „Wir hatten damals die Kommunionvorbereitungen übernommen, und wir waren eine tolle Gemeinschaft. Wir wollten das Ganze fortsetzen und haben zusammen Ausflüge und Bastelnachmittage organisiert. So ist das alles entstanden“, erinnert sich die 54-Jährige.

Es werden immer mehr, die helfen möchten und deren Hobby die Handarbeit ist. Im Jahr 2013 gründete die Gruppe Kunterbunt die offene Werkstatt im Petrusheim. Seither trifft man sich einmal im Monat, immer samstags, um zu nähen, stricken, sticken oder häkeln.

Birgit Hohlbeck ist seit neun Jahren dabei und gehört auch schon fast zum Inventar. „Es macht einfach Freude, wenn wir alle zusammen arbeiten und unserem Hobby nachgehen. So entstehen zudem ganz viele neue Ideen“, sagt die 50-Jährige. Die fleißigen Frauen aus Walpershofen nähen aber auch zu Hause: „Was in der gemeinsamen Gruppenarbeit nicht fertig wird, machen wir daheim. Wir können mit der Arbeit anderen Helfen und uns selber etwas Gutes tun. Das ist eine ideale Kombination“, so Birgit Hohlbeck.

600 sogenannte Sorgenfresser haben die Frauen schon genäht. Puppen, die in Krankenhäusern zu Freunden der Kinder werden. „Wir waren schon im Theresienheim und in der Caritasklinik zu Besuch und haben die Kinder mit unseren Sorgenfressern gesehen. Es ist einfach ein schönes Gefühl, wenn man sieht, wie fröhlich die Kinder mit diesen Puppen sind“, berichtet Susanne Himbert.

Die beiden Frauen der Gruppe Kunterbunt bestehen aber darauf, dass sie nicht alleine genannt werden, wenn es darum geht, Kindern und Menschen zu helfen, denen es nicht so gut geht wie anderen. „Wir sind eine tolle Gruppe und bei uns helfen Frauen im Alter von 20 bis 85 Jahren mit. Einzelne herauszuheben wäre nicht fair“, sagt die Kunterbunt-Gründerin. So nähen die Frauen auch die Gewänder für die Sternsinger im Ort. Für die Sternsinger und die Klepperkinder an Ostern kochen die Frauen ein Mittagessen. Genauso wie zweimal im Jahr nach Familiengottesdiensten für viele Familien gekocht wird.

Den Arbeitsnachmittag im Dezember muss die Gruppe Kunterbunt allerdings ausfallen lassen. Denn dann ist Weihnachtsmarkt in Walpershofen. Die Frauen verkaufen dort ihre Handarbeiten an einem eigenen Stand. Das Geld kommt wieder sozialen Zwecken zugute – wie dem Mutter-Rosa-Heim, der Saarbrücker Tafel oder Familien aus der Umgebung, die durch Schicksalsschläge in Not geraten sind.

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