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Große Gesten, großer Applaus "Wille und Möglichkeit, vorwärts zu kommen"

Große Gesten, großer Applaus "Wille und Möglichkeit, vorwärts zu kommen"

Riegelsberg. Musik zur Passionszeit bot das Kammerorchester Riegelsberg in seinem ersten Konzert mit dem neuen Dirigenten Ewald Becker am Sonntag. In der Pfarrkirche St. Josef spielte das Orchester Stücke von Dowland, Bach, Händel oder Pärt. Getragene Stücke, die zur inneren Einkehr, aber auch zur Auseinandersetzung mit sich selbst und dem Glauben anregen konnten

Riegelsberg. Musik zur Passionszeit bot das Kammerorchester Riegelsberg in seinem ersten Konzert mit dem neuen Dirigenten Ewald Becker am Sonntag. In der Pfarrkirche St. Josef spielte das Orchester Stücke von Dowland, Bach, Händel oder Pärt. Getragene Stücke, die zur inneren Einkehr, aber auch zur Auseinandersetzung mit sich selbst und dem Glauben anregen konnten. Ewald Becker, Musikpädagoge am Gymnasium Am Schloss in Saarbrücken, ist anerkannter Musiker im Bereich Violine und Orchestermusik. Der studierte Theologe und Musiker engagiert sich in vielen Bereichen der musikalischen Bildung und des orchestralen Schaffes. Sein wohl größtes Engagement ist die langjährige Leitung des saarländischen Schüler-Sinfonie-Orchesters mit mehr als 100 jungen Musikern. Seine Art zu dirigieren ist nicht nur hörenswert, sondern auch interessant anzuschauen. Jede seine Bewegungen erinnern an einen Schwimmer, eintauchend in das Element Musik, sich darin frei bewegend oder mit kraftvollen Bewegungen seiner Arme die Wellen orchestralen Schaffens vorwärts treibend. Seine Musiker - immer mit Blicken lobend oder strafend, mit Gesten Aufmerksamkeit heischend oder beruhigend - ist er stets der leitende, aber auch selbst mitspielende Dirigent. Lohn der Anstrengung: viel Applaus und ein zufriedenes Kammerorchester. Ewald Becker hat sein Debüt gut gemeistert. bub Herr Becker, was hat Sie bewogen, trotz ihrer sonstigen, vielfältigen und mit Sicherheit zeitaufwendigen Tätigkeiten das Kammerorchester Riegelsberg zu übernehmen? Becker: Ich wurde vom Vorsitzenden des Kammerorchesters angesprochen, ob ich nicht hier Dirigent werden will. Wir haben uns jetzt ein paar Monate gegenseitig "geprüft" und uns wohl für gut befunden. Ich bleibe, weil ich hier sehe, dass der Wille und die Möglichkeiten da sind, vorwärts zu kommen. Wo sehen Sie hier im Kammerorchester die Möglichkeit, etwas zu bewirken? Becker: Diese Musiker haben immer wieder mit Profis zusammengespielt beziehungsweise wurden von diesen dirigiert. Ich denke mal, ich als Pädagoge und Nicht-Profi sehe eher, wo bei einem Hobby-Musiker die musikalischen Blockaden sind - und die versuche ich zu lösen. Wie wird es weitergehen mit dem Kammerorchester Riegelsberg?Becker: Ich möchte dazu übergehen, Profis nur noch bei Personalmangel zu engagieren. Das Riegelsberger Orchester hat soviel Potenzial, das schaffen wir, zumindest musikalisch, auch alleine.