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Freude in Walpershofen
„Alle meine Arbeitgeber überlebt“

Die Handwerkskammer des Saarlandes hat Ewald Lydorf (89) aus Walpershofen den Goldenen Meisterbrief verliehen. Auf unserem Foto ist der Maschinenbaumeister mit einer Dampfmaschine zu sehen.    
Die Handwerkskammer des Saarlandes hat Ewald Lydorf (89) aus Walpershofen den Goldenen Meisterbrief verliehen. Auf unserem Foto ist der Maschinenbaumeister mit einer Dampfmaschine zu sehen.    FOTO: BeckerBredel
Walpershofen. Ewald Lydorf (89) aus Walpershofen freut sich über Goldenen Meisterbrief. Von Frank Bredel

Ewald Lydorf ist 89 Jahre alt. In diesen Tagen hat er von der Handwerkskammer den Goldenen Meisterbrief bekommen. Das gute Stück hat er an den Kamin gehängt: „Ich hätte ihn ja nicht mehr unbedingt gebraucht, aber ich bin trotzdem stolz auf den Goldenen Meisterbrief“, sagt der Rentner, der seit 50 Jahren Maschinenbaumeister ist. Am Tag, als er seinen Meisterbrief machte, wurde seine spätere Schwiegertochter gerade geboren. „Sie kam irgendwann und hatte entdeckt, dass der Brief an ihrem Geburtstag ausgestellt wurde“, erzählt Lydorf, der in Walpershofen wohnt und immer in der Region arbeitete.


Am Ludwigsberg in Saarbrücken machte er bei einer Maschinenfabrik eine Lehre, dann arbeitete er dort 14 Jahre und machte die bittere Erfahrung, dass Übernahmen durch größere Partner oft den Tod der kleineren Firmen bedeuten. „Als die Deutsche Maschinenbau AG uns übernahm, wurden die Entwicklungen von der AG selbst gebaut und die Firma in Saarbrücken aufgelöst.“ Um nicht arbeitslos zu werden, wechselte Lydorf zur Grube Schäfer in Riegelsberg und arbeitete dort in der Wasserhaltung, bis auch dieser Betrieb geschlossen wurde.

Dank seiner guten Qualifikation als Handwerker kam er direkt in der Brauerei Groß in Riegelsberg unter, dort machte er auch seinen Meisterbrief und ging in Rente. Inzwischen gibt es auch die Brauerei nicht mehr. „Ich habe alle meine Arbeitgeber überlebt“, sagt Ewald Lydorf lachend und zeigt auf eine alte Dampfmaschine. An solchen Maschinen schraubt er in seinem Hobbykeller herum oder baut Holzspielzeug für seine fünf Enkel und zwei Urenkel. „Ich hatte immer meinen Wunschberuf“, sagt er und ist froh, dass auch seine Söhne handwerklich tätig sind. Beide arbeiten bei ZF als Techniker und Meister.