Gestreut, was das Zeug hält

Nach den starken Schneefällen Anfang des Monats fuhren die Räumkolonnen der Köllertal-Kommunen Sonderschichten, um Straßen und Gehwege passierbar zu machen. Beschwerden von Bürgern blieben jedoch nicht aus.

Ungewöhnlich heftige Schneefälle hatten in den ersten Tagen des Februars für chaotische Straßenverhältnisse gesorgt. Riegelsberg war wegen seiner Hanglage besonders betroffen. Der Gemeindebauhof unter Leitung von Eligius Karrenbauer konnte jedoch längere Stillstände des Verkehrs dank umsichtiger Einsätze der Räumfahrzeuge und der Streukolonnen verhindern.

Wir sprachen mit dem für den Bauhof zuständigen Amtsleiter Joachim Maurer und mit Karrenbauer über die Abläufe beim Schneeräumen im öffentlichen Raum. Bei offensichtlicher oder möglicher Straßenglätte überprüft Karrenbauer um 4 Uhr morgens die Hauptstraßen in Riegelsberg und Walpershofen. Stellt er Schnee- oder Eisglätte fest, beauftragt er die vier Mitarbeiter der Rufbereitschaft mit dem Räumen. Genau wie auch in Püttlingen und Heusweiler werden zuerst die Ortsdurchfahrten, wichtige innerörtliche Verbindungsstraßen, von Bussen benutzte Fahrbahnen sowie Gefällstrecken geräumt. Straßen ohne Gefälle in Wohngebieten kommen erst zum Schluss an die Reihe.

Das Räumen ist aber dann nicht möglich, wenn die Wohnstraßen eng sind und an beiden Seiten geparkt wird, denn das Räumschild am Lkw ist drei Meter breit - darauf verweisen Karrenbauer und ebenso sein Heusweiler Kollege Helmut Spohn. Ähnliches schildert auch Hans-Egon Maurer, im Püttlinger Eigenbetrieb Technische Dienste zuständig für den Baubetriebshof.

In Püttlingen hat das Freihalten der Straße zur Klinik erste Priorität. Reine Wohnstraßen ohne Gefälle, so Maurer, werden erst geräumt, wenn alle anderen Fahrbahnen frei sind. Für die Gehwege und Plätze im Eigentum der Stadt werden zwei Streukolonnen mit einem kleinen Räumfahrzeug eingesetzt. Darüber hinaus ist jeder Bürger verpflichtet, zwischen 7 und 20 Uhr den Gehweg vor seinem Haus schnee- und eisfrei zu halten. Auch in Riegelsberg werden Bauhof-Mitarbeiter zum Räumen öffentlicher Wege eingesetzt.

Wander-, Spazier- und Radwege sowie Wege mit nicht glatten Oberflächen werden in allen drei Kommunen nur geräumt, wenn alle anderen Räum- und Streuarbeiten abgeschlossen sind und eine Notwendigkeit besteht. In Riegelsberg kann beispielsweise der Verbindungsweg vom Rathaus zum neuen Kindergarten wegen seiner "wassergebundenen Decke" nicht geräumt werden, denn die würde mitabgetragen werden. Und den Weg zur Vogelsbornkapelle im Heusweiler Ortsteil Eiweiler muss die Sonne freimachen, da die Gemeinde dort keine Streupflicht hat.

Trotz aller Bemühungen der Räumkolonnen, mussten sich die Bauhofleiter in allen drei Kommunen zahlreiche Beschwerden von Bürgern anhören. Die meisten klagten über die von Räumfahrzeugen an die Straßenränder gedrückten Schneemassen - doch wo sollen die sonst hin?