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Generationenhaus-Streit in Walpershofen: Was Bürger sagen

Die Nutzer gefragt : Generationenhaus-Streit: Was Bürger sagen

Bürgertreff in Walpershofen ist ein Politikum. Die Nutzer nervt das. Sie mögen’s, wie es ist.

Seit April gibt es den  Riegelsberger Mehrgenerationentreff (MGH) im Ortsteil Walpershofen. Das Politikum dazu gibt es sogar noch länger: Bürgermeister Klaus Häusle (SPD) und die SPD-Fraktion sind für die ehemalige Sparkasse als Standort, wo das Treff derzeit auch schon „auf Probe“ untergebracht ist. Die CDU-Fraktion ist dagegen für die ehemalige Grundschule Walpershofen als Standort, die dortigen Sanierungskosten werden von beiden Seiten unterschiedlich berechnet und bewertet, schwanken zwischen 200 000 und 1,5 Millionen Euro. Eine Ratsmehrheit für die eine oder andere Variante ist zumindest nicht gesichert.

Die Kommunalpolitiker sind also uneins. Aber was sagen eigentlich die betroffenen Menschen, die das MGH schon nutzen? „Es ist schade, dass das Ganze jetzt politisch ausgeschlachtet wird“, sagt Besucherin Iris Feld beim Vorort-Termin. Gut zwei Dutzend vorwiegend ältere  Bürger sind an diesem Tag hier, sie mögen die Geselligkeit. Feld: „Von Anfang an bis heute hatten wir hier diesen tollen Zuspruch, mit Besuchern aus dem Ort, aus Riegelsberg, Köllerbach, Heusweiler, sogar aus Überherrn und Illingen waren schon welche da.“

Montagmorgens trifft sich die Turn-Sitzgruppe, später ist der Spielenachmittag an der Reihe. Dienstags ist Handarbeitstag, mittwochs wird genäht, donnerstags kommen Referenten zu Vorträgen, am Freitag bestimmen die Besucher nach eigenem Gusto das Programm. Geöffnet wird an den Werktagen von 9 bis 16 Uhr, samstags, sonntags und an Feiertagen bleibt der Treff geschlossen.

Die Betreuung übernimmt die Ausbildungs- und Beschäftigungsförderungsgesellschaft der Gemeinden Heusweiler und Riegelsberg (ABG). Aktuell wirken die Besucher durch den CDU-Plan verunsichert: „Wir wollen lieber hierbleiben“, sagt Iris Feld. Der Umbau der Alten Schule erscheine ihnen, der Renovierungskosten wegen, erstens zu teuer, zweitens ziehe er sich womöglich sehr lange hin und drittens sei die Schule nicht behindertengerecht ausgebaut. So sagt Besucher Manfred Diehl: „Wie soll man denn im alten Schulhaus in den zweiten Stock kommen? Wir wären mal froh, wenn ein Politiker in den Treff käme, um sich mit den Besuchern auszutauschen.“

Zu guter letzt weist Iris Feld auf einen weiteren Aspekt hin: „Wenn unser jetziges Domizil, die ehemalige Sparkasse, verkauft wird, kommt der einzige Bankautomat, den es in Walpershofen noch gibt, wahrscheinlich auch weg.“