Gemeinderat Riegelsberg entscheidet über Kita-Neubau

Anwohner protestieren : Mehrheit für Kita-Neubau steht

Riegelsberger Gemeinderat befasst sich am Montag mit dem Projekt im Gisorsviertel. Anwohner protestieren.

Wenn man so will, hat Riegelsberg ein Luxusproblem. Die Gemeinde ist für junge Familien attraktiv. Und will das auch bleiben. „Wir haben den Anspruch, dass jedes Kind, das einen Betreuungsplatz braucht, auch zeitnah einen bekommen kann“, sagt Bürgermeister Klaus Häusle (SPD). Diesem Anspruch wird Riegelsberg jedoch nicht gerecht. Berechnungen besagen, dass in der Kommune vier Kita-Gruppen fehlen: zwei für Jungen und Mädchen bis zu drei Jahren, zwei für über Dreijährige.

Derzeit arbeitet die Verwaltung mit Übergangslösungen. Im Kinder- und Familienzentrum Ronnertswies ist eine zusätzliche Regelgruppe (für über Dreijährige) eingerichtet worden, in einem gemieteten Bungalow in der Jahnstraße eine Krippengruppe (für unter Dreijährige). Dennoch fehlen zwei weitere Gruppen. Da kommt es ganz gelegen, dass die Evangelische Kirchengemeinde ihren Kindergarten von der Feldstraße ins Gemeindehaus an der Kirche verlegen will. Das soll erweitert werden und so Platz bieten für eine Gruppe mehr als derzeit in der Feldstraße. Der Gemeinderat hat diesem Projekt zugestimmt (die Saarbrücker Zeitung berichtete).

Das reicht aber noch nicht aus. Häusle skizziert zwei Wege, um darüber hinaus mehr Plätze zu schaffen. Die erste Variante beinhaltet die Erweiterung des Kindergartens St. Elisabeth am Stumpen um zwei Gruppen (eine Regelgruppe, eine Krippengruppe). In Verbindung mit der Beibehaltung der genannten Provisorien und der Fortführung des Kindergartens Buchschachen in den nächsten Jahren. Die zweite Variante sieht eine Schließung der zwei Übergangsgruppen und gegebenenfalls auch des Kindergartens Buchschachen sowie einen Kita-Neubau auf dem jetzigen Bolzplatz im Gisorsviertel vor.

„Beide Varianten führen zum Ziel, nämlich zur Schaffung einer ausreichenden Zahl von Betreuungsplätzen“, betont der Bürgermeister. Und er fügt hinzu: „Nach Abwägung aller Argumente dafür und dagegen favorisiere ich die Variante eins, also die flexible, bedarfsgerechte und relativ kostengünstige Anbauvariante.“ Im Wesentlichen gebe es zwei Gründe dafür. Erstens: Solange in den bestehenden fünf Kindertageseinrichtungen durch Anbau oder Umstrukturierungen ausreichend Plätze dargestellt werden können, sei das sinnvoller, als einen neuen Standort zu schaffen. Zweitens: Diese Variante verspreche mehr Flexibilität, um auf eventuell veränderte Kinderzahlen zu reagieren. Denn der zukünftige Bedarf sei schwer abzuschätzen. Im Fall wieder sinkender Kinderzahlen könnten bei der Variante eins die provisorischen Gruppen geschlossen werden. Häusle: „Sollte der Bedarf aber hoch bleiben oder gar steigen, könnte vor dem Hintergrund der dann gegebenen Zahlen zu einem späteren Zeitpunkt immer noch ein Neubau errichtet werden. Vielleicht wäre ja auch der Standort Buchschachen für einen solchen Neubau ins Auge zu fassen.“ Und ein positiver Nebeneffekt von Variante eins wäre auch, dass der Bolzplatz im Gisorsviertel erhalten werden könnte, meint der Rathaus-Chef.

Wie die Saarbrücker Zeitung erfahren hat, läuft es jedoch darauf hinaus, dass sich der Gemeinderat in seiner Sitzung am kommenden Montag ab 18 Uhr im Rathaus für einen Kita-Neubau im Gisorsviertel entscheiden wird. Eine Mehrheit dafür stehe, heißt es aus gut unterrichteten Kreisen. Demnach werden CDU, Linke und Grüne für diese Lösung stimmen; SPD und FDP dagegen.

Statt eines Neubaus im Gisorsviertel plädiert Bürgermeister Klaus Häusle für eine Erweiterung der Kindertagesstätte St. Elisabeth (im Bild). Foto: Iris Maurer

Eine Bürgerinitiative kämpft gegen das Projekt, das um die vier Millionen Euro kosten soll. Sie zählt nach Angaben ihres Sprechers Jürgen Claeßen von diesem Freitag 80 Mitglieder. Eine Unterschriftenaktion gegen die Bebauung und zum Erhalt der Grünfläche am Bolzplatz im Gisorsviertel läuft. Die Liste mit den Namen der Unterzeichner soll am Montagabend vor der Sitzung des Gemeinderates an Bürgermeister Häusle übergeben werden.

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