Gemeinderat diskutiert über mehr Polizeipräsenz in Riegelsberg

Gemeinderat diskutiert über Maßnahmen gegen Gewalt : Mehr Polizeipräsenz in Riegelsberg?

Der Gemeinderat diskutiert, wie die Verwaltung auf eine Massenschlägerei reagieren soll. Der erste Schritt ist ein „Runder Tisch“.

Die Massenschlägerei am 14. Juni an der Saarbahnhaltestelle am Walter-Wagner-Platz in Riegelsberg hat jetzt auch den Gemeinderat auf den Plan gerufen. Im Streit um eine Zigarette hatte eine Gruppe von zehn bis 15 Personen im Alter von 16 bis 18 Jahren Jugendliche angegriffen, die auf die Bahn warteten. Mehrere Jugendliche wurden verletzt, einer sogar schwer (die SZ berichtete). Die Schläger traten und schlugen auch auf Jugendliche ein, die bereits am Boden lagen. Der Anführer der Schlägertruppe drohte sogar mit einem Messer. Ein Zeuge alarmierte die Polizei. Ein stark alkoholisierter Tatverdächtiger hatte sich leicht verletzt, als er sich gegen seine Festnahme wehrte.

Um solche Ausschreitungen künftig zu verhindern, hatte die CDU-Fraktion im Gemeinderat gefordert, die Verwaltung müsse „geeignete Maßnahmen“ ergreifen. Die Gewalt sei nicht von Einzelnen, sondern von einer größeren Gruppe Jugendlicher ausgegangen, sagte Bürgermeister Klaus Häusle (SPD). „Das war ein Ereignis, das wir in dieser Form in Riegelsberg noch nicht hatten. Es war eine schon fast bandenmäßig organisierte Gewalt. Neu ist dabei auch die Form, dass solche Gewalttaten nicht aufhören, wenn einer am Boden liegt“, meinte Klaus Häusle.

Nach Erkenntnissen der Polizei definierten sich diese Banden durch solche Gewalthandlungen. Häusle: „Das ist nicht akzeptabel.“ Er bedauerte, dass es nicht nur Opfer gibt, die körperliche Schäden erlitten haben, sondern auch Opfer, die psychisch leiden. Viele Menschen hätten nun Angst, zu bestimmten Zeiten mit der Saarbahn zu fahren oder über den Walter-Wagner-Platz zu gehen, sagte der Bürgermeister.

Damit sich solche Vorfälle nicht mehr wiederholen, will Häusle einen „Runden Tisch“ einberufen, an dem auch die Polizei und das Jugendamt des Regionalverbandes teilnehmen. Dabei will Häusle alle Möglichkeiten diskutieren, wie solche Gewalttaten verhindert werden können. Er denkt zum Beispiel an mehr Polizeipräsenz, möchte Überwachungskameras installieren und kann sich einen kommunalen Ordnungsdienst oder einen privaten Wachdienst vor Ort vorstellen.

Stephan Müller-Kattwinkel (CDU) regte an, ein Streetworker solle vor Ort präsent sein. Birgit Huonker (Linke) schlug ebenfalls vor, mit den Kommunen Heusweiler und Püttlingen eine „aufsuchende Sozial­arbeit“ auf den Weg zu bringen, um den Kontakt zu den Jugendlichen zu verbessern. Und Melanie Dell (FDP) riet dazu, eine Notrufsäule am Walter-Wagner-Platz aufzustellen.

Der Gemeinderat verurteilte die Ausschreitungen. Die Verwaltung dürfe nicht tatenlos zusehen, sondern müsse der Öffentlichkeit deutlich machen, dass sie diese Gewalt nicht hinnimmt, sagte Müller-Kattwinkel. Dominik Blaes (SPD) betonte, die Kommunalpolitiker müssten den Bürgern vermitteln, dass der Gemeinderat die Probleme nicht nur kennt, sondern auch bereit ist, darauf zu reagieren. Und Hans Jürgen Marowsky (Grüne) forderte, schnell zu Ergebnissen zu kommen.

Klaus Häusle versicherte, er werde den „Runden Tisch“ schnell einberufen und dem Gemeinderat nach den Sommerferien das Ergebnis der Gespräche mitteilen. Dann soll der Rat festlegen, welche Maßnahmen umgesetzt werden.

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