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"Gedichte schreibe ich noch ein paar"

Riegelsberg. Margret Roeckner, Schriftstellerin aus Köllerbach, erzählt, plaudert aus dem Nähkästchen, dann blättert sie wieder in ihrem Buch "In allem das Himmelreich entdecken" und liest eine kurze Passage. Es ist ihr siebtes Buch. "Das reicht", sagt sie und auch: "Wer sie alle gelesen hat, weiß mehr über mich als ich selbst Von SZ-Mitarbeiterin Beatrix Hoffmann

Riegelsberg. Margret Roeckner, Schriftstellerin aus Köllerbach, erzählt, plaudert aus dem Nähkästchen, dann blättert sie wieder in ihrem Buch "In allem das Himmelreich entdecken" und liest eine kurze Passage. Es ist ihr siebtes Buch. "Das reicht", sagt sie und auch: "Wer sie alle gelesen hat, weiß mehr über mich als ich selbst." Jetzt müsse sie für ihren Mann da sein, da könne man nicht mehr am Computer sitzen, sagt sie zur Erklärung. Auch habe sie in dem Himmel-Buch alles gesagt, was ihr wichtig sei.


"Wenn ich mich freue, wenn ich glücklich bin", verrät Frau Roeckner, dann würde sie "schwäbeln". Hier, in Riegelsberg bei der katholischen Erwachsenenbildung (KEB), ist das der Fall. Die Autorin fühlt sich hörbar wohl im Pfarrheim St. Josef. Über 30 Zuhörer, überwiegend Frauen, sind gekommen. Viele davon kennt Margret Roeckner aus ihrer Zeit als Spielkreisleiterin.

Der Titel "In allem das Himmelreich entdecken" stimmt ihrer Meinung nach nicht so ganz. Aber der Verleger hätte gesagt: "Es klingt so gut." - "Ich wollte ,ein buntes Gemisch'", sagt sie und verrät später, dass sie für das Buch "ein bisschen was recycelt hat" aus ihren Rundfunkzeiten.

Margret Roeckner liest einmal quer durchs Buch. Sie hat keine Merkzettel reingesteckt. Sie wollte sich nicht vorher festlegen, denn sie "muss die Gesichter sehen". So ist es eine sehr spontane Veranstaltung. Als Pfarrerstochter ist Margret Roeckner bibelfest. Und weil sie ja selbst kein Pfarrer ist, darf sie "ein bisschen ketzerisch sein". Die Autorin hat das Alte und das Neue Testament nach den Begriffen Himmel und Himmelreich durchforstet und ist vor allem im AT fündig geworden: 155 himmlische Stellen hat sie dort entdeckt. Auch die Gleichnisse hat sie untersucht. Der Himmel sei gleich einer Frau, die Sauerteig unters Mehl mischt, das liebe sie besonders. Des Weiteren zog sie Mystiker aus dem Mittelalter, Dichter wie Rilke, Novalis, Dostojewski und Eduard Mörike, zu Rate, schlug bei Joseph Haydn und Rabbi Jizchak Meir nach. Auch ihre Kinder und Enkelkinder werden zitiert. "Wenn auf einer Wiese so ein kleiner Käfer auf mir krabbelt, oder wenn ich die kleinen Heuhüpfer sehe oder in einer Rose rieche", dann höre sie Gott am besten, antwortet ihre Tochter. Für Margret Roeckner beginnt der Himmel dicht über dem Boden: "Es leuchtet ein. Ich stehe mit meinen Füßen auf der Erde, bin aber überall aufwärts von der Luft des Himmels umgeben. So lebe ich gleichzeitig im Himmel und auf der Erde. Es ist mir immer wichtiger geworden, dies als Wirklichkeit festzuhalten."

"Gedichte schreibe ich noch ein paar", sagt sie. Im Moment habe sie welche zusammen mit Bildern von Elfriede Pohl in einem Café in Saarlouis ausgestellt. Wenn alles blüht, will sie zur Lesung in ihren Garten auf den Sommerberg in Köllerbach laden.



Auf einen Blick

Roeckner im Radio: Nachteulen können Margret Roeckner am 3. beziehungsweise 4. Juli um 22.30 Uhr und um 2.05 Uhr im Radio erleben (ERF Radio über Satellit Astra und MW Mainflingen). hof