Friedensfest statt Stolpersteine

Am 8. Mai 2015 soll es in Riegelsberg ein Friedensfest geben, das an die Opfer des Zweiten Weltkrieges erinnert. Der Ortsrat hält diese Form des Gedenkens für würdiger als Stolpersteine oder weitere Gedenktafeln.

Die Riegelsberger Linke möchte zur Erinnerung an den Holocaust Stolpersteine an den früheren Wohnorten jüdischer Bürger in Riegelsberg verlegen lassen. Der Gemeinderat erteilte deshalb in seiner jüngsten Sitzung den Ortsräten von Riegelsberg und Walpershofen den Auftrag, für alle Opfer des Naziregimes - insbesondere für Bürger jüdischen Glaubens - eine würdige Form des Gedenkens zu erarbeiten (die Saarbrücker Zeitung berichtete).

Der Riegelsberger Ortsrat nahm jedoch Abstand vom Verlegen von Stolpersteinen und beschloss stattdessen einstimmig, dass eine Arbeitsgruppe ein Konzept für ein Friedensfest vorbereiten soll. Als Termin ist der 8. Mai 2015 geplant. An dem Fest sollen auch Schulkinder beteiligt werden. Nach Meinung von SPD und CDU sollen bei diesem Friedensfest weder Gedenktafeln noch Stolpersteine eine Rolle spielen. Ortsvorsteherin Monika Rommel (SPD) sagte, dass sie bereits zum Ende der letzten Legislaturperiode den Fraktionssprechern im Ortsrat ihre Absicht mitgeteilt habe, den Ortsrat mit dem Thema Stolpersteine zu befassen.

Sehr sensibles Thema

"Letztendlich habe ich aber davon abgesehen, weil es sich um ein sehr sensibles Thema handelt, das nicht abschließend für Riegelsberg recherchiert ist", so Rommel. Vor diesem Hintergrund, und auch wegen der Ablehnung von Stolpersteinen durch die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, im Jahr 2009, sprach sich der Riegelsberger Ortsrat gegen Stolpersteine aus. Auch Gedenktafeln, die explizit bestimmte Opfer des Zweiten Weltkrieges nennen, fanden im Ortsrat keine Zustimmung.

Der Ortsrat verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass es eine Gedenkstätte auf dem Riegelsberger Friedhof gibt, wo aller Opfer der beiden Weltkriege gedacht wird. Außerdem befürchtet man, dass bei Gedenktafeln möglicherweise Personengruppen vergessen werden könnten, die ebenfalls unter dem NS-Regime gelitten haben und verfolgt wurden.. "Natürlich werden wir die Vorschläge und Beschlüsse unseres Ortsrates auch dem Ortsrat Walpershofen übermitteln, damit am Ende der Beratungen in beiden Ortsräten ein konsensfähiger Beschluss dem Gemeinderat vorgelegt werden kann", sagte Rommel.

Der Walpershofer Ortsrat wird sich am Mittwoch, 22. Mai, mit dem Thema beschäftigen.

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