Freibad und Hallen machen Miese

Freibad Riegelsberg: Das Wasser ist blau, die Zahlen sind rot, dennoch muss man nicht schwarz sehen. Denn der Gemeinderat gab grünes Licht, den Verlust des Hallen- und Bäderbetriebs aus der Gemeindekasse zu bezahlen.

Der Hallen- und Bäderbetrieb der Gemeinde Riegelsberg hat das Wirtschaftsjahr 2014 mit einem Verlust von 988 828,41 Euro abgeschlossen. Das Minus ist um 4712,17 Euro geringer als im Vorjahr. Einnahmen in Höhe von knapp 160 000 Euro (Vorjahr: knapp 115 000 Euro ) standen Ausgaben in Höhe von knapp 1,15 Millionen Euro gegenüber (Vorjahr: knapp 1,11 Millionen Euro ). "Das Jahresergebnis ist sowohl gegenüber dem Plan als auch gegenüber dem Vorjahr quasi identisch", bilanzierte Bürgermeister Klaus Häusle (SPD ).

Häusle betonte, dass das Schwimmbad und die Hallen enorm wichtig für die Gemeinde seien, auch wenn sie nicht kostendeckend arbeiten. "Aber das ist unsere Förderung und Unterstützung der Vereine, und es ist wichtig, die Bürger mit diesem Standortfaktor an uns zu binden", sagte Häusle.

Stefan Müller-Kattwinkel (CDU ) hob hervor, dass man sich in Riegelsberg bewusst dazu entschlossen habe, das Schwimmbad - trotz Defiziten - für die Bürger vorzuhalten. Das sei "eine gute Entscheidung" für Riegelsberg , so Müller-Kattwinkel. Er wies auch darauf hin, dass die Hallen und Bäder in Ordnung sind und dass es keinen Renovierungsstau gebe. "Ganz im Gegenteil: wir sind auf der Höhe, was die Investitionen bei Renovierung und Sanierung betrifft", erklärte Müller-Kattwinkel.

Ingbert Horn (SPD ) sagte: "Schwimmbäder und Hallen gibt es nicht für umsonst. Aber für eine kinder- und familienfreundliche Gemeinde wie Riegelsberg ist der Betrieb von Hallen und Bädern das Salz in der Suppe." Das brauche man "auf jeden Fall", die SPD werde sich "immer für den Erhalt dieser Einrichtungen einsetzen."

Stephan Lehberger (Grüne) wies mit einem Augenzwinkern auf die angestrebte "Interkommunale Zusammenarbeit" hin: "Riegelsberg hat sein Freibad noch. Heusweiler und Püttlingen haben keins mehr. Ich hoffe, dass die Interkommunale Zusammenarbeit und ein Bäderkonzept der Landesregierung irgendwann vielleicht mal dazu führen, dass Kommunen, die von unserem Freibad profitieren, auch beim Defizit etwas mithelfen."

Und Birgit Huonker (Die Linke ) meinte: "Das Schwimmbad ist für uns ein Alleinstellungsmerkmal, auf das wir alle stolz sind."

Der tatsächlich wirksam werdende Jahresverlust des Hallen- und Bäderbetriebs in Höhe von rund 796 000 Euro wird aus der Gemeindekasse - mithin vom Steuerzahler - beglichen, was der Gemeinderat auch einstimmig absegnete.

Die übrigen 193 000 Euro werden, nach Haushalts-Jargon, aus der sogenannten allgemeinen Rücklage entnommen, wobei es sich dabei nicht um eine tatsächlich auf irgendeinem Konto vorhandene Rücklage handelt, sondern um eine rein buchungstechnische Abrechnung im Zusammenhang mit steuerlichen Abschreibungen.