Feuereifer bei Brandbekämpfung

Püttlingen. Samstagnachmittag. Die Einkäufe sind erledigt, gleich beginnt die Bundesliga-Übertragung im Fernsehen. Nicht an der Peter Wust-Schule Püttlingen: Explosionen, Hilfeschreie! Die Mannschaft um den Püttlinger Jugendfeuerwehr-Beauftragten Carsten Münch und seine Stellvertreterin Jenny Chouteau hat gute Arbeit geleistet

Püttlingen. Samstagnachmittag. Die Einkäufe sind erledigt, gleich beginnt die Bundesliga-Übertragung im Fernsehen. Nicht an der Peter Wust-Schule Püttlingen: Explosionen, Hilfeschreie! Die Mannschaft um den Püttlinger Jugendfeuerwehr-Beauftragten Carsten Münch und seine Stellvertreterin Jenny Chouteau hat gute Arbeit geleistet. Wie realistisch alles wirkt! Dichter Qualm im Innern der Schule, verschlossene Türen als Hindernisse. Die Lage ist unübersichtlich. Wie viel Menschen eingeschlossen sind, weiß niemand. Und dazu kommt noch ein "Unfall des Hausmeisters": Eine mannsgroße Puppe ist in der Hektik des Geschehens auf dem Schulhof unter die Räder eines Autos geraten und bis zur Hüfte eingeklemmt.

Hilfe kommt, mit allen verfügbaren Feuerwehreinsatzwagen der drei Köllertal-Kommunen, mit Martinshorn, Blaulicht sowie 40 Kindern und Jugendlichen an Bord. Jetzt sollen zwei Dinge gleichzeitig geschehen, die sich eigentlich ausschließen: "Ruhe bewahren! Schnell sein!"

Mit Holzkeilen, Luftsäcken und Übersicht wird zunächst der Unfallwagen hochgebockt. Das dauert etwa 240 Sekunden. Schon kann der eingeklemmte Hausmeister aus seiner misslichen Lage befreit werden.

Schwierig ist es für Achtjährige, die schweren Schläuche zu packen und nach den Regeln der Feuerwehrkunst in einem Schwung auszurollen. Die Größeren helfen. Ratzfatz wird eine Wasserversorgung zum Hydranten in der Pickardstraße aufgebaut. "Wasser marsch!" Der eine oder die andere wird dabei pitschenass - auch das gehört zur Übung.

Immer zwei Kinder teilen sich die Arbeit an den massiven Strahlrohren. Sie macht - sichtlich - Spaß, kostet aber auch Kraft. Beeindruckend, mit welcher Umsicht der schon etwas größere Feuerwehr-Nachwuchs Jugendfeuerwehr-geeignete Atemschutzgeräte anlegt, um systematisch Raum für Raum der Schule nach vermissten Personen zu durchsuchen. Riesige Ventilatoren schaffen Sicht, die eifrige Nachhut bringt die "Opfer" nach draußen. Auf Tragen, oder wenn's sein muss, von Hand zu Fuß.

Die Zuschauer, Eltern, Großeltern und Freunde, sowie die professionellen Brandbeobachter von den Erwachsenen-Wehren stellen schließlich fest: "Ende gut, alles gut."

Der eine oder andere Übereifrige kann sich in den kommenden Wochen, Monaten und Jahren in den regelmäßigen Übungsstunden der Freiwilligen Feuerwehren Püttlingen, Riegelsberg und Heusweiler die erforderliche Gelassenheit auch in bedrohlichen Lagen noch aneignen.

"Mitglied der Jugendwehr kann man bereits mit acht Jahren werden", erklärt Jugendwart Münch.