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Fantastisches Festkonzert
Festkonzert begeistert Besucher

Der Kirchenchor St. Josef Riegelsberg gab am Sonntag ein Festkonzert zum 130-jährigen Bestehen.
Der Kirchenchor St. Josef Riegelsberg gab am Sonntag ein Festkonzert zum 130-jährigen Bestehen. FOTO: Leszek Meller
Riegelsberg. Kirchenchor St. Josef Riegelsberg feiert 130-jähriges Bestehen. Und legt einen glänzenden Auftritt hin. Von Walter Faas

Sternstunden gibt’s. Götzes Tor in Brasilien. Die 17-jährige Nicole mit weißer Gitarre und „Ein bisschen Frieden“. Ein perfekt abgeschmecktes selbst gekochtes Menü. Der Kirchenchor St. Josef Riegelsberg hatte seinen „Moment für die Ewigkeit“ am Sonntag. Festkonzert zum 130-jährigen Bestehen! Alles stimmt. Die Kirche ist proppenvoll, das Ambiente strahlend.


Der Kammerton verhallt. Der junge Dirigent Maximilian Rajczyk hebt den Taktstock. Der Chor singt Mozarts „Missa brevis in G“. Der Chorfilm „Wie im Himmel“ kommt in den Sinn. Ausdruck, Takt, Intonation, Tempo, Ausgewogenheit zwischen Männer- und Frauenstimmen, Leistung der Solisten wie des Orchesters – hier stimmt alles. Chorgesang wie aus einem Guss. Wer geglaubt hatte, jetzt schon den Höhepunkt gehört zu haben, sieht sich getäuscht. Beim „Ave verum“, ebenfalls vom jungen Mozart komponiert, präsentiert das Ensemble Harmonie pur.

Das Gebet mündet in die Bitte um den Empfang der Kommunion in der Todesstunde als Vorgeschmack des Himmels. Den hatten wir hier doch schon einmal. Das folgende „Exsultate, Jubilate“ für Sopran und Orchester klingt wie italienische Oper, ist aber eine geistliche Kantate, ein einziger Lobgesang über einen marianischen Text, dauert 15 Minuten („Ein Konditionsstück“), erheischt und erhält Sonderapplaus, allen Appellen von Dechant Franz-Josef Werle, mit dem Klatschen bis zum Ende zu warten, zum Trotz.



Diesen Jubel hat sich die junge Solistin Diana Kantner mit dem buchstäblich langen Atem aber auch redlich verdient. Das Jubiläumskonzert („Nicht zu lang, nicht zu kurz, gerade richtig“, urteilt ein Besucher) schließt mit Verdis Gloria in D. Es handelt sich um eines der am häufigsten aufgeführten geistlichen Vokalwerke des Barock, dessen Faszination auch hier blendend zum Ausdruck kommt. In zwölf Teilen des Gloria zeigt Antonio Vivaldi die ganze Bandbreite seiner Meisterschaft zwischen festlich erhabenen Ecksätzen und zarten, durchsichtig instrumentierten Solopassagen.

Was will man sagen? Ein engagierter Dirigent, fünf Solisten (Diana Kantner, Sopran, Almut Panfilenko, ebenfalls Sopran, Natalie Jurk, Alt, Helmut Klein, Tenor, und Sebastian Gros, Bass), 13 bestens aufgelegte Musiker der Hochschule für Musik Saar, 55 choreigene sowie 24 zusätzliche Projektsänger, sie alle haben Teil an diesem großartigen Festkonzert. Prasselnder Applaus. Überall entspannte Gesichter. Das Glücksgefühl, Leistung geschaffen zu haben, war greifbar. Publikum wie Ausführende teilen sich die Freude nach dem Motto: „Geteilte Freude ist doppeltes Glück.“ Der Wille des Chores, ein Dreivierteljahr Zeit und Energie in das Projekt zu investieren, hat sich ausgezahlt.