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Demenz und Scham
Demenz, Scham und die Angst vor der Wahrheit

Riegeleber. Vortrag über offenen Umgang mit der Krankheit. red

Ein heißes Eisen greift der Demenzverein im Köllertal auf, wenn er am Dienstag, 16 Oktober, zu dem Vortrag „Angst vor der Wahrheit – Ich habe mich oft geschämt“ einlädt. Referenten sind die Vereinsvorsitzende Anita Lender-Beck und Pflegegutachter Thomas Hahn. Der Termin ist von 15 bis 17 Uhr bei der Kirchengemeinde Güchenbach (Buchenbachstraße 1) in Riegelsberg. Das Thema dreht sich darum, wie (falsche) Scham das Leben von Demenzkranken und deren Angehörigen noch zusätzlich erschweren kann. Zur Verdeutlichung werden in der Einladung Zitate Prominenter genannt, die sich letztendlich in Interviews öffentlich zu dem Problem bekannt haben. So sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen: „Mein Vater hatte ja noch öffentliche Auftritte, und man fragte sich oft: Was redet er da? Und die Leute rutschen auf ihrem Stuhl rum, aber sie sagen sich, er ist der ehemalige niedersächsische Ministerpräsident, er darf das. Und er hält dann auch eine schöne, warme Rede, wenn auch nicht ganz am Thema. Nur ich kannte ihn ja gut und fühlte mich deswegen sehr unwohl. Die Scham und das anfängliche Bemühen, alles zu kaschieren, hat es nur noch schlimmer gemacht. Für ihn und mich, weil ich ihn zurückhalten wollte und er auf sein Recht zu sprechen pochte.“ Die Einladung schließt mit den Worten: „Ein Thema, das dringend angesprochen werden sollte. Dieser Vortrag bietet dazu Gelegenheit. – Angst ist der größte Feind des Lebens; auch bei Demenz!“